Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Quelle: ABLDer slowenisch-serbische Gegensatz sprengt im Januar 1990 auch den Zusammenhalt des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ). Auf dem außerordentlichen Parteitag vom 20. bis 22. Januar kommt es zum Eklat. Der serbisch dominierte Kongress verweigert dem slowenischen Antrag zur Abschaffung des „demokratischen Zentralismus“ seine Zustimmung. Unter dem Beifall der serbischen Delegierten verlassen die 114 slowenischen Delegierten die Tagung.
Die Beratungen werden abgebrochen und nie wieder aufgenommen.

Mit dem Hintergrund des Zusammenbruchs der realsozialistischen Systeme in Mittel-Osteuropa finden auch in den jugoslawischen Republiken die ersten freien Wahlen seit 1927 statt.

Den Anfang macht Slowenien am 8. April 1990. Es gewinnt ein Mitte-Rechts-Bündnis und der mittlerweile Ex-Kommunist Milan Kučan wird slowenischer Präsident. (Quelle: net-film)

 

→ 22. April 1990: Kroatien – Sieg für die Kroatische Demokratische Gemeinschaft unter Führung von Franjo Tudjmans
→ November 1990 Makedonien
→ Dezember 1990 Bosnien-Herzegowina: Sieg für die muslimische „Partei der Demokratischen Aktion“
→ 9. Dezember 1990 Serbien: Sieg für die aus der kommunistischen Partei hervorgegangenen Sozialisten
→ 23. Dezember 1990 Montenegro: Sieg für die aus der kommunistischen Partei hervorgegangenen Sozialisten

Außer in Serbien und Montenegro setzten sich antikommunistische, nationalistische Parteien durch.

Auch die jeweiligen Verfassungen werden erneut geändert. Im September beginnt Serbien sich als „souveräner und unabhängiger Staat“ zu erklären. Im Dezember 1990 ziehen Kroatien und Slowenien mit Verfassungsänderungen und einem Referendum nach.

Ein neues Bundesparlament wird nicht gewählt. Unberücksichtigt bleiben nationale Minderheiten. Daher kommt es zu separatistischen Gründungen von autonomen serbischen Gebieten in Kroatien bzw. serbischen und kroatischen Gebieten in Bosnien-Herzegowina.

 

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Quelle: Bundesarchiv, ABL

Die Brücke von Mostar verbindet den bosnisch (r.) und den kroatisch (l.) besiedelten Teil der Stadt. Sie wird zum Symbol von Krieg (Zerstörung) und Frieden (Wiederaufbau) im ethnischen Konflikt der folgenden Jahre.

Das ist des Ende Jugoslawiens - und der Anfang der Balkankriege der 1990er Jahre.

Themenblock Jugoslawien

„Sag nein!“ – Kriegsdienstverweigerung in Slowenien und der DDR

Der unterschiedliche Erfahrungshorizont bringt nur wenig Berührungspunkte zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen in Jugoslawien und der DDR. Mit der sich verschärfenden Krise in Jugoslawien in den 1980er Jahren werden Proteste in Slowenien, wo die Meinungsfreiheit noch am größten ist, immer mehr als Systemkritik interpretiert.

Der dritte Weg – Alternativen zur SED-Herrschaft

In der Sowjetischen Besatzungszone gibt es 1946 durch den führenden Kommunisten Anton Ackermann programmatische Überlegungen über einen „besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“. Darin spricht er sich gegen eine brachiale Errichtung der „Diktatur des Proletariats“ wie in der Sowjetunion aus, denn man müsse die nationalen Gegebenheiten berücksichtigen.

Europäisches Versagen - Jugoslawische Bürgerkriege

Die Wahrnehmung des kommunistischen Jugoslawiens wird von der Brutalität des verheerenden Bürgerkriegs in den 1990er Jahren überlagert und in der kollektiven Erinnerung idealisiert. In einem Exkurs soll daher die „Explosion“ Jugoslawiens in knappen Zügen nachvollzogen werden - ist sie doch gleichzeitig ein „Lehrstück“ für mögliche Folgen fehlender europäischer Integration.


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