Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Drei Religionen, zwei Alphabete, fünf Sprachstämme: Jugoslawien birgt eine große natürliche, kulturelle und ethnische Vielfalt in sich, aber auch viel Potenzial für Konflikte. Nach dem II. Weltkrieg kann der KP-Chef Josip Broz, Kampfname „Tito“, mit seiner Variante des Sozialismus das Land stabilisieren. Bis Mitte der 1960er Jahre kommt es zu einer rasanten Industriealisierung. Eine partielle Liberalisierung und ein zunehmender Wohlstand kennzeichnen zunächst den „Mittelweg“ zwischen dem stalinistisch geprägten Sozialismus und dem Kapitalismus.
Spätestens mit dem Tod des charismatischen Staats- und Parteiführers Tito 1980 werden die ethnischen Konflikte, die sich aus einer gesellschaftlichen Dauerkrise ergeben, immer deutlicher. Die Begriffe „Dissident“, „Reformer“, „Frühling“ zielen hier mehr auf die Ablehnung des als zentralistisch empfundenen Bundesstaates und weniger auf das kommunistische System an sich. Doch Föderalismus und Kommunismus sind zwei Seiten einer Medaille. Die Lösung der jugoslawischen Konflikte vollzieht sich in den 1990er Jahren mit Gewalt und Krieg.

Durch die Reisebeschränkungen bleibt für DDR-Bürger das Land ähnlich unerreichbar wie die westliche Welt.

Themenblock Jugoslawien

„Sag nein!“ – Kriegsdienstverweigerung in Slowenien und der DDR

Der unterschiedliche Erfahrungshorizont bringt nur wenig Berührungspunkte zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen in Jugoslawien und der DDR. Mit der sich verschärfenden Krise in Jugoslawien in den 1980er Jahren werden Proteste in Slowenien, wo die Meinungsfreiheit noch am größten ist, immer mehr als Systemkritik interpretiert.

Der dritte Weg – Alternativen zur SED-Herrschaft

In der Sowjetischen Besatzungszone gibt es 1946 durch den führenden Kommunisten Anton Ackermann programmatische Überlegungen über einen „besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“. Darin spricht er sich gegen eine brachiale Errichtung der „Diktatur des Proletariats“ wie in der Sowjetunion aus, denn man müsse die nationalen Gegebenheiten berücksichtigen.

Europäisches Versagen - Jugoslawische Bürgerkriege

Die Wahrnehmung des kommunistischen Jugoslawiens wird von der Brutalität des verheerenden Bürgerkriegs in den 1990er Jahren überlagert und in der kollektiven Erinnerung idealisiert. In einem Exkurs soll daher die „Explosion“ Jugoslawiens in knappen Zügen nachvollzogen werden - ist sie doch gleichzeitig ein „Lehrstück“ für mögliche Folgen fehlender europäischer Integration.


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