Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Am 29. November 1943 erklärt sich der „Antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens“ (AVNOJ) mitten im Krieg und ohne Rücksicht auf die Exilregierung in London zum obersten gesetzgebendem und ausführendem Organ im Land. Dieses „Kriegsparlament“ setzt sich aus der von der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) geführten Widerstandsbewegung und aus bürgerlichen Vorkriegsparteien zusammen.

Josef-Broz 1943
Der aus Kroatien stammende KP-Chef Jugoslawiens Josip Broz, Kampfname Tito, auf der 2. AVNOJ-Konferenz in Jajce am 29.11.1943 | Quelle: Drug Tito, Tiskarna Ljubljana

Der Kongress beschließt die Anerkennung und Gleichberechtigung aller jugoslawischen Völker und Volksgruppen. An die Stelle eines zentralistischen Vorkriegsstaates tritt jetzt ein „zentralistischer Föderalismus“ nach sowjetischem Modell. Es wird eine provisorische Regierung unter Partisanenführer Marschall Tito gebildet. Damit wird der zerstrittenen Exilregierung der Alleinvertretungsanspruch abgesprochen. Gleichzeitig kommt es im besetzten Jugoslawien zum Bürgerkrieg mit z.T. ethnischen Säuberungen um die Vorherrschaft in einer Nachkriegsordnung:

Quelle: Archiv Bürgerbewegung e.V.

Themenblock Jugoslawien

„Sag nein!“ – Kriegsdienstverweigerung in Slowenien und der DDR

Der unterschiedliche Erfahrungshorizont bringt nur wenig Berührungspunkte zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen in Jugoslawien und der DDR. Mit der sich verschärfenden Krise in Jugoslawien in den 1980er Jahren werden Proteste in Slowenien, wo die Meinungsfreiheit noch am größten ist, immer mehr als Systemkritik interpretiert.

Der dritte Weg – Alternativen zur SED-Herrschaft

In der Sowjetischen Besatzungszone gibt es 1946 durch den führenden Kommunisten Anton Ackermann programmatische Überlegungen über einen „besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“. Darin spricht er sich gegen eine brachiale Errichtung der „Diktatur des Proletariats“ wie in der Sowjetunion aus, denn man müsse die nationalen Gegebenheiten berücksichtigen.

Europäisches Versagen - Jugoslawische Bürgerkriege

Die Wahrnehmung des kommunistischen Jugoslawiens wird von der Brutalität des verheerenden Bürgerkriegs in den 1990er Jahren überlagert und in der kollektiven Erinnerung idealisiert. In einem Exkurs soll daher die „Explosion“ Jugoslawiens in knappen Zügen nachvollzogen werden - ist sie doch gleichzeitig ein „Lehrstück“ für mögliche Folgen fehlender europäischer Integration.


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