Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Fotobestand Bernd Heinze

In den Jahren 2014 und 2016 hat das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. eine umfangreiche Fotosammlung des Fotografen Bernd Heinze übernommen. Sie umfasst ca. 5000 Originalabzüge und dokumentiert u.a. den städtebaulichen Verfall und die katastrophale Umweltsituation im Bezirk Leipzig in den späten 1980er Jahren, die Friedliche Revolution sowie den daraus resultierenden gesellschaftlichen und politischen Wandel in der DDR und dem wiedervereinten Deutschland bis 1991. Eine detaillierte Bestandsübersicht sowie biografische Informationen zum Fotografen erhalten Sie hier.

Fotobestand Mahmoud Dabdoub

Seit 2014 wurden im ABL tausende Aufnahmen des Fotografen Mahmoud Dabdoub archivarisch erschlossen. Diese Fotos umfassen den Zeitraum zwischen 1982 und 1995. Sie dokumentieren den Alltag in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen die „kleinen Leute“ mit ihren Bemühungen, sich selbst zu behaupten. Dabdoubs Bilder loten Handlungsspielräume in der SED-Diktatur aus und dokumentieren den gesellschaftlichen Wandel und politischen Neuanfang ab 1990. Eine detaillierte Bestandsübersicht sowie biografische Informationen zum Fotografen erhalten Sie hier.

 

Fotobestand Michael Beleites

Im Jahr 2018 hat das Archiv Bürgerbewegung eine Fotosammlung des Fotografen Michael Beleites übernommen. Der Bestand umfasst 382 Fotos und dokumentiert neben dem Uranbergbau durch die SDAG Wismut inklusive Bilder von den verschiedenen Standorten und die Umweltbelastung, auch den Verfall und Alltag in der DDR und Litauen mit Stadtansichten, Umweltbelastung und (Protest-)Demonstrationen. Eine detaillierte Bestandsübersicht sowie biografische Informationen zum Fotografen erhalten Sie hier.

 

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig sammelt, bewahrt und erschließt seit 1991 Unterlagen, Fotos und Dokumente, die sich mit Opposition und Widerstand, speziell im ehemaligen Bezirk Leipzig, befassen.

doku 001 - Ereignisse

doku 002 - Leipziger Oppositionsgruppen

Die am häufigsten genutzten Bestandsgruppen doku 001 (Ereignisse) und doku 002 (Leipziger Oppositionsgruppen) dokumentieren den Zeitraum von 1982 - mit dem Anfang der Friedensgebete in der Nikolaikirche - bis Ende 1989/Frühjahr 1990. Sie enthalten viele einmalige Originale, die durch häufige Nutzung sehr stark abgegriffen sind. Zudem sind und werden Dokumente (gesamt oder in Teilen) immer schwieriger lesbar aufgrund der verblassenden DDR-Farbe, qualitativ minderwertigem Ormigpapier, holzschliffhaltigem Papier sowie extrem dünnen Durchschlagpapier u.v.a.m. Einige Dokumente mussten abgeschrieben werden.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützte 2016 die Digitalisierung von rund 3.000 Dokumenten, um die von Zerfall bedrohten Originale dauerhaft zu sichern und der Nutzung zugänglich zu machen. Die digitalisierten Unterlagen können aus datenschutzrechtlichen Gründen an dieser Stelle nicht eingesehen werden. Eine Bestandsbeschreibung mit ausgewählten Dokumenten können Sie sich hier ansehen bzw. herunterladen. Nach Voranmeldung ist eine Recherche und die Einsichtnahme in die Archivalien im Archiv Bürgerbewegung Leipzig zu den Öffnungszeiten möglich.

Abb. links:  A-4-Plakat aus Anlass des Pleiße-Pilgerweges am 4. Juni 1989 (doku 001.019.004) - Der so genannte 2. Pleißemarsch sollte auf die extreme Umweltverschmutzung in Leipzig, speziell auf den katastrophalen Zustand des Flusses "Pleiße" aufmerksam machen. Quelle: ABL: Bestandsgruppe doku 001 -  Ereignisse - doku 001.019 - Pleißepilgerweg in Leipzig am 4.6.1989

doku 004 - Neues Forum Leipzig

Der Bestand "Neues Forum Leipzig" im Archiv Bürgerbewegung Leipzig umfasst insgesamt ca. 4.500 Dokumente und stellt aufgrund seiner historischen Einmaligkeit einen besonderen Schatz dar. Dieser Bestand wurde im Jahr 2017 mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur digitalisiert sowie zahlreiche vorhandene Einträge wurden im Archivprogramm AUGIAS ergänzt und aktualisiert.

Das Neue Forum (NF), im September 1989 gegründet, mobilisierte mit seinem Aufruf zum demokratischen Dialog in der DDR viele Menschen. Der Protest auf den Straßen, die Montagsdemonstrationen, an denen sich immer mehr Menschen beteiligten, aber auch viele Veranstaltungen im Herbst 1989 wurden erheblich durch das Neue Forum getragen. Der Bestand bildet diese Ereignisse ab und umfasst Schreiben sowohl aus den Anfangsjahren von der Gründung 1989 bis hin zum Wahlbündnis "Bündnis 90" und auch noch darüberhinaus (1991/1992). Sie sind ein einmaliges Zeugnis dieser Zeit und beschreiben die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen eine Gesellschaft eine demokratische Erneuerung suchte. Nähere Informationen und eine Übersicht des Bestandes "Neues Forum Leipzig" finden Sie hier.

ABL: (Bestandsgruppe) doku 004 -  Neue Forum Leipzig --> (Untergruppe) doku 004.027 - Briefe an das Neue Forum Leipzig --> (Dokument) doku 004.027.131

Handskizze zum Alltag im Frauengefängnis Hoheneck

2018 hat das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. den Nachlass der Journalistin, Autorin und Zeitzeugin von Hoheneck Ellen Thiemann übernommen. Dieser umfasst ca. 500 Bände und dokumentiert u.a. ihre Bemühungen um Aufarbeitung von politischer Haft und Verfolgung in der DDR, dem Wirken des MfS sowie ihre umfangreiche Korrespondenz mit Politiker*innen, Journalist*innen, den ehemaligen Hoheneckerinnen, Rechtsanwälten und Vertreter*innen von Aufarbeitungsinitiativen. Der Nachlass wurde 2019 – finanziert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur – erschlossen. Er steht nun der interessierten Öffentlichkeit zur Einsicht und Nutzung nach Voranmeldung zur Verfügung. Eine detaillierte Bestandsübersicht sowie biografische Informationen zu Ellen Thiemann finden Sie hier.

Oliver Kloß gehörte in den 1980er Jahren zur Bürgerrechtsbewegung in der DDR, engagierte sich insbesondere in der Friedensbewegung und war 1986 Mitbegründer der Arbeitsgruppe Menschenrechte in Leipzig. Später trat er der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) bei und war ab Ende 1990 Landesgeschäftsführer der IFM Sachsen und Mitbegründer der Listenvereinigung Bündnis 90/Die Grünen. Zudem war er Mitglied des Neuen Forums und als Vertreter der Bürgerrechtsorganisation am Runden Tisch der Stadt Leipzig beteiligt. Sein Vorlass wurde 2018 - finanziert durch Projektmittel der Bundesstiftung Aufarbeitung - in den Dokumentenbestand des ABL integriert. Nähere Informationen zum Bestand finden Sie hier ...

Das Christliche Umweltseminar Rötha (CUR) ist eine Umweltgruppe, die sich 1982 gründete, um sich für die Behebung der ökologischen Missstände in der DDR, insbesondere in Espenhain, zu engagieren. Im Juni 1983 hielt das CUR in Mölbis den 1. Umweltgottesdienst ab, der - wie auch die nachfolgenden - unter dem Motto „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ stand. Mit der 1987 gestarteten DDR-weiten Aktion „1 Mark für Espenhain“ machte das CUR auch überregional auf die katastrophale Umweltverschmutzung im Südraum von Leipzig aufmerksam. Fast 100.000 Unterschriften und ebensoviel Geld kamen mit dieser Aktion zusammen. Bis heute ist das CUR als eingetragener Verein an der Umgestaltung des Braunkohlereviers im Süden von Leipzig beteiligt.

Mit dem Bestand des CUR ist eine wichtige historische Sammlung einer Oppositionsgruppe aus dem ehemaligen Bezirk Leipzig, die darüber hinaus DDR-weit aktiv war, digitalisiert und wissenschaftlich unter der Signatur KBO 03 Steinbach/CURöth erschlossen. Er bietet eine einmalige – und über mehr als eine Dekade rekonstruierbare – Darstellung von Umweltschutzaktivitäten, Widerstands- und Oppositionsgeschichte innerhalb der DDR. Der Dokumenten- und Bibliotheksbestand wurde 2016 von Walter Christian Steinbach übergeben. Diesen Bestand ergänzen zahlreiche Fotos von Brigitte Steinbach. Die Bestandsgliederung und weitere Informationen finden Sie hier.

In den letzten Jahren wurden diverse Materialien zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zur Aufbewahrung und Nutzung an das Archiv Bürgerbewegung Leipzig übergeben. In einem ersten Schritt wurde 2016 zunächst der Bestand "Initiative 9. Oktober" erschlossen, bestandssichernd aufbewahrt und für die Nutzung aufbereitet. 2018 konnten schließlich die Materialien zum "Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal" sowie die Unterlagen aus der Tätigkeit des Wissenschaftszentrums Leipzig e.V. erschlossen und in den Bestand Aufarbeitung eingepflegt werden. Eine Gliederung des Bestandes Aufarbeitung finden Sie hier …

Der "Initiative 9. Oktober" gehören vor allem Leipziger Bürger, Organisationen, Institutionen, Museen und andere Einrichtungen an, welche alle einen direkten Bezug zum Herbst 1989 haben. Inhaltlicher Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Leipziger Erinnerungskultur im Kontext der Friedlichen Revolution. Momentan ist sie die bestimmende Kraft für ein lebendiges Erinnern an 1989/90. Zentrales Datum ist dabei der 9. Oktober 1989, der so genannte „Tag der Entscheidung“. Seit 2007 gedenken Leipziger Bürger an diesem Datum mit einem Lichtfest der Friedlichen Revolution. Nähere Informationen und eine Bestandsübersicht "Initiative 9. Oktober" finden Sie hier.

Die Unterlagen zum Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal umfassen (derzeit) den Zeitraum 2000 bis 2017. Der Bestand dokumentiert die Arbeit und inhaltliche Auseinandersetzung der am Projekt beteiligten Akteure. Für die Forschung besonders interessant sind zudem die enthaltenen Gutachten, Konzeptionen, Anträge, Beschlüsse, Protokolle etc. aus unterschiedlichen Projektphasen, die den Entwicklungsprozess der Idee eines Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmals und ihre bis heute nicht realisierte Umsetzung dokumentieren. Hinzu kommen selbständige und unselbständige Publikationen zum Thema sowie eine Presseausschnittsammlung, die die mediale Wahrnehmung und öffentliche Diskussion um das geplante Denkmal widerspiegelt. Nähere Informationen und eine Bestandsübersicht "Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal" finden Sie hier.

Die Unterlagen zum Wissenschaftszentrum Leipzig Förderverein e.V. (WZL) beleuchten die ökonomischen Folgen der gesellschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands seit 1990. Aus der Wiedervereinigung sowie der vorangegangenen Wirtschafts- und Währungsunion resultierten die Transformation der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft und damit der weitgehende wirtschaftliche Zusammenbruch der neuen Bundesländer. Auch im Bereich der universitären Forschung wurden zahlreiche Stellen abgebaut, Wissenschaftler in die Arbeitslosigkeit entlassen. Diese Situation war Ausgangspunkt für die Gründung des Wissenschaftszentrums Leipzig am 10. Mai 1990 im Neuen Rathaus Leipzig. Ziel des gemeinnützigen Vereins, der bis 1997 bestand,  war die Wiederbelebung Leipziger Traditionen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Handel und Kultur. Nähere Informationen und eine Bestandsübersicht "Wissenschaftszentrum Leipzig" finden Sie hier.

Die Materialien zur Aufarbeitung der SED-Diktatur können nur nach vorheriger Anmeldung (info@archiv-buergerbewegung oder Tel.: 0341 / 3065175) im Archiv eingesehen und für Forschungszwecke nachgenutzt werden.

 Sammlung Ingolf Sontag / DSU (050.002)

Ende 2014 wurde die persönliche Sammlung von Ingolf Sonntag, einem Gründungsmitglied der DSU, an das Archiv Bürgerbewegung e.V. übergeben. Sie umfasst die Zeit vom Herbst 1989, dokumentiert die Gründung der Partei DSU im Januar 1990 in Leipzig und deren Entwicklung bis zum Jahr 1997. Aber auch Unterlagen anderer politischer Gruppierungen und Parteien sowie Publikationen unterschiedlichster Art sind enthalten. Im Jahr 2016 konnte dieser Bestand mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung erschlossen werden und steht jetzt der Öffentlichkeit zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Eine detaillierte Bestandsübersicht erhalten Sie hier. Abb.: Konvolut zur DSU aus dem Bestand "I. Sonntag / DSU 050.002"

Sammlung Andreas Müller (050.003)

Die Dokumente von Andreas Müller wurde 2017 mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschlossen und steht nun allen NutzerInnen zur Verfügung. Dabei handelt es sich vor allem um Materialien des Arbeitskreises Ökumene und Gerechtigkeit, des Neuen Forum, des Demokratischen Aufbruch (DA), der SDP/SPD aus den Jahren 1989/1990 sowie Unterlagen der INKOTA-Bewegung und des Runden Tisches der Stadt Leipzig. Details zur Sammlung finden Sie hier.

 

 

Sammlung Wieland Zumpe (050.004)

Ebenfalls im Jahr 2017 wurde die persönliche Sammlung von Wieland Zumpe - Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des Wissenschaftszentrums Leipzig e.V. - dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. übergeben. W. Zumpe war und ist in vielen Bereichen der Geschichtsaufarbeitung und -vermittlung in Leipzig aktiv. So war er einer der Erstunterzeichner des Apells „Pro Leipzig" und erster Vorsitzender des Bürgervereins Musikviertel e.V. (1990-1997). Bis heute ist er Mitglied im Paulinerverein, einer Bürgerinitiative zum Wiederaufbau von Universitätskirche und Augusteum in Leipzig. Nähere Informationen zum Bestand erhalten Sie hier ...

Sammlung Magdalena Güthert (050.005)

Magdalena Güthert übergab 2017 die persönliche Sammlung ihres verstorbenen Mannes dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig. Dieser begann im Herbst 1989, Dokumente zur beginnenden Demokratisierung im eigenen Land zu sammeln. Der Bestand wurde 2018 - finanziert durch Projektmittel der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur - erschlossen und in die Sammlungen von Personen und Institutionen zu Widerstand, Opposition, Bürgerbewegung, Demokratisierung und Repression des ABL integriert. Nähere Informationen zum Bestand finden Sie hier ...

 

Sammlung Horst und Richard Böttge (050.006)

Horst Böttge, der kurz vor dem Mauerbau nach Westdeutschland ging, hat rückblickend die Geschichte seines Bruders Richard Böttge aufgearbeitet und in der Publikation „Drangsaliert und dekoriert: Von der Kunst des Überlebens in der DDR“ dargestellt. Die im Kontext dieser Publikation zusammengetragenen Materialien hat er 2018 dem ABL übergeben. Diese wurden in die Personenbezogene Sammlung des Archivs integriert. Nähere Informationen zum Bestand erhalten Sie hier.


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