Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Überschrift

Vom 1. bis 6. September 1961 findet in Belgrad die erste Gipfelkonferenz der blockfreien (nicht-paktgebundenen) Staaten statt. Auf der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen soll ein moralisches Gegengewicht zu den beiden Machtblöcken geschaffen werden, um den Frieden in der Welt aufrecht zu erhalten. Die Teilnehmer wollen sich im Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges neutral verhalten. Darüberhinaus wird gefordert, die Wirtschaftsprobleme in der Dritten Welt zu lösen.

Quelle: Drug Tito, Tiskarna Ljubljana

 

treffen 1961
Quelle: Drug Tito, Tiskarna Ljubljana

Tito (2.v.l.) bemüht sich seit Anfang der 1950er Jahre, die Blockfreiheit als politische Kraft international zu etablieren. Verbündete findet er im indischen Premier Nehru (2.v.r.), dem Präsidenten der damaligen Vereinigten Arabischen Republik (heute: Ägypten) Nasser (r.) und im indonesischen Präsidenten Sukarno.
Bereits 1956 trifft Tito sich mit Nasser und Nehru an der Adria, um die Grundzüge der Blockfreiheit als ein System kollektiver Sicherheit zu erarbeiten.

Time-Warner, New York: „Das Treffen gibt Beobachtern Rätsel auf.“, 5. Juli 1958
Nach dem neuerlichen Bruch mit Moskau Ende 1957 wird die Bewegung der Blockfreiheit zum Fundament der jugoslawischen Außenpolitik um Unabhängigkeit. Der Weltöffentlichkeit gibt Titos Allianz mit Nasser zunächst Rätsel auf. (Quelle: archive.org)

Eine steigende Anzahl von Mitgliedsstaaten nach der Gründungskonferenz 1961 erschwert jedoch eine Einigung auf ein gemeinsames Handeln und die internationale Wirkung der blockfreien Staaten bleibt gering.

Wachstum der Mitgliedsstaaten

Die Großmächte versuchen mit dem Anwachsen der Bewegung, über „Satellitenstaaten“, Einfluss zu nehmen. So gelingt es u.a., dem mittlerweile greisen Tito auf der Sitzung in Havanna 1979 zu verhindern, die Bewegung ins sozialistische Lager zu ziehen. Das Treffen sollte nämlich die Sowjetunion zum „natürlichen Verbündeten der Blockfreien“ deklarieren.

Themenblock Jugoslawien

„Sag nein!“ – Kriegsdienstverweigerung in Slowenien und der DDR

Der unterschiedliche Erfahrungshorizont bringt nur wenig Berührungspunkte zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen in Jugoslawien und der DDR. Mit der sich verschärfenden Krise in Jugoslawien in den 1980er Jahren werden Proteste in Slowenien, wo die Meinungsfreiheit noch am größten ist, immer mehr als Systemkritik interpretiert.

Der dritte Weg – Alternativen zur SED-Herrschaft

In der Sowjetischen Besatzungszone gibt es 1946 durch den führenden Kommunisten Anton Ackermann programmatische Überlegungen über einen „besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“. Darin spricht er sich gegen eine brachiale Errichtung der „Diktatur des Proletariats“ wie in der Sowjetunion aus, denn man müsse die nationalen Gegebenheiten berücksichtigen.

Europäisches Versagen - Jugoslawische Bürgerkriege

Die Wahrnehmung des kommunistischen Jugoslawiens wird von der Brutalität des verheerenden Bürgerkriegs in den 1990er Jahren überlagert und in der kollektiven Erinnerung idealisiert. In einem Exkurs soll daher die „Explosion“ Jugoslawiens in knappen Zügen nachvollzogen werden - ist sie doch gleichzeitig ein „Lehrstück“ für mögliche Folgen fehlender europäischer Integration.


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