Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Schiwkows Thron beginnt, mit dem Sturz Chruschtschows im Oktober 1964 zu wackeln. Im April 1965 kommt es gar zu einem Umsturzversuch:
Eine Gruppe von Offizieren und Parteifunktionären bereitet einen Militärputsch gegen Schiwkow vor. Die Sitzung des Zentralkomitees am 14. April soll zum Anlass genommen werden, das Politbüro zu verhaften.
Das Unterfangen deckt der Sicherheitsdienst jedoch auf. In der Nacht vom 7. zum 8. April verhaftet man die Beteiligten. Im Juni werden sie in einem Geheimprozess zu Gefängnisstrafen zwischen drei und fünfzehn Jahren verurteilt – es sind überraschend milde Urteile in einem Land, wo für Diebstahl von Staatseigentum die Todesstrafe verhängt werden kann und schon das Erzählen eines politischen Witzes mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft wird.
Schiwkow will mit einem geringen Strafmaß die Bedeutung des Putsches herunterpielen.

Im neuen sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew findet Schiwkow einen neuen engen Freund.

Nachdem sich Albanien und China dem sowjetischen Einfluss entzogen haben, braucht Breschnew in Bulgarien einen treuen Vasallen. Diese Erwartungen kann Schiwkow bedenkenlos erfüllen.

Mitte 1960er Jahre Anfang 1980er Jahre

 

„Neues System der wirtschaftlichen Planung und Steuerung“

Ähnlich wie in den anderen Ostblockstaaten stößt die bulgarische Wirtschaft zu Beginn der 1960er Jahre an die Grenzen des extensiven Wachstums. Und ähnlich wie bei den Nachbarn wird mit Wirtschaftsreformen „experimentiert“. Im Jahr 1964 entsteht das „Neue System der wirtschaftlichen Planung und Steuerung“. Es weist viele Ähnlichkeiten mit den Reformprogrammen in anderen Ostblock-Ländern auf. Den Betrieben wird mehr Eigenverantwortung übertragen.
Kulturpolitisch wird auf dem Schriftstellerkongress im September 1965 die „absolute Freiheit der Inspiration“ propagiert.

Coca-Cola – Made in Bulgaria

Ein Beleg für die liberale Entwicklung in Bulgarien ist das wirtschaftliche Engagement des Coca-Cola – Konzerns 1965, der in Bulgarien - als erstes Land des Ostblocks - sein Getränk abfüllen lassen will.

Meldung von Radio Free Europe | Quelle: Open Society Archive Budapest
Meldung von Radio Free Europe | Quelle: Open Society Archive Budapest

 

Mit der Liberalisierung geht eine zunehmende Öffnung des Landes auch für den Tourismus einher – ein neuer Wirtschaftsfaktor.

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Themenblock Bulgarien

Sonne garantiert – Die „Riviera“ der DDR

In Bulgarien gewinnt der Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor seit Beginn der 1960er Jahre zunehmend an Bedeutung. Beträgt die Zahl ausländischer Touristen 1960 noch 150.000, kommen 1967 bereits 1,6 Millionen nach Bulgarien – eine Verzehnfachung innerhalb von nur sieben Jahren. 43 Prozent von ihnen stammen aus dem westlichen Ausland und bringen die begehrten Devisen mit.

Tot oder lebendig - Flucht fernab der DDR

In der DDR erfährt man wenig über geglückte oder misslungene Fluchtversuche über Bulgarien. Auch die Westmedien berichten kaum etwas darüber. Daher verbreitet sich in der DDR die fatale Vorstellung, es sei weniger gefährlich, über Bulgarien „abzuhauen“. Durch die geografische Entfernung wähnt man sich außerdem weit weg der DDR-Kontrolle.


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