Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Quelle: NDBereits ein halbes Jahr nach Dimitroff stirbt sein Nachfolger Wassil Kolarow. Neuer Staats- und Parteichef wird im Februar 1950 Walko Tscherwenkow. Der Schwager von Georgi Dimitroff wird wegen seiner Linientreue als „kleiner Stalin“ bekannt und erhält den Beinamen „der rote Wolf“.

 

Tscherwenkow (vorn links) mit dem Sarg von Dimitroff
Tscherwenkow (vorn links) mit dem Sarg von Dimitroff | Quelle: lostbulgaria.com

Unter der Herrschaft von Tscherwenkow kommt es zu einer Verfolgungswelle gegen sogenannte „Volksfeinde“ nach stalinistischem Vorbild. Ein Fünftel der Parteimitglieder werden ausgeschlossen, Tausende in Arbeitslager deportiert.

Tscherwenkow (4.v.l.) während der Beisetzung von Kolarow
Tscherwenkow (4.v.l.) während der Beisetzung von Kolarow | Quelle: lostbulgaria.com

Andererseits gestattet Tscherwenkow die Ausreise fast aller im Land verbliebenen bulgarischen Juden nach Israel, trotz der zu dieser Zeit vorherrschenden Anti-Israel-Politik Moskaus. Bis 1952, als die Türkei die Grenzen schließt, verlassen viele Angehörige der türkischen Minderheit das Land. Ursprünglich will Tscherwenkow eine Viertelmillion Türken ausreisen lassen. Nach Verhandlungen mit der Türkei, die mit diesem Zustrom überfordert ist, sind es schließlich 162.000 Menschen, die Bulgarien den Rücken kehren.

Am 30. Dezember 1950 wird eine neue bulgarische Nationalhymne eingeführt, deren Text die Freundschaft zur Sowjetunion beschwört und bis 1964 gesungen wird.

Geliebtes Bulgarien, du Heldenland
unaufhaltsam und mächtig ist dein Aufstieg!
Stetig möge sich der Kampfbund
mit dem großen sowjetischen Brudervolk festigen!

 

Themenblock Bulgarien

Sonne garantiert – Die „Riviera“ der DDR

In Bulgarien gewinnt der Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor seit Beginn der 1960er Jahre zunehmend an Bedeutung. Beträgt die Zahl ausländischer Touristen 1960 noch 150.000, kommen 1967 bereits 1,6 Millionen nach Bulgarien – eine Verzehnfachung innerhalb von nur sieben Jahren. 43 Prozent von ihnen stammen aus dem westlichen Ausland und bringen die begehrten Devisen mit.

Tot oder lebendig - Flucht fernab der DDR

In der DDR erfährt man wenig über geglückte oder misslungene Fluchtversuche über Bulgarien. Auch die Westmedien berichten kaum etwas darüber. Daher verbreitet sich in der DDR die fatale Vorstellung, es sei weniger gefährlich, über Bulgarien „abzuhauen“. Durch die geografische Entfernung wähnt man sich außerdem weit weg der DDR-Kontrolle.


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