Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Am 2. Juli 1949 stirbt Georgi Dimitroff in einem Sanatorium bei Moskau. Sein Leichnam wird mit einem Zug nach Bulgarien überführt. Die Leiche wird einbalsamiert und in einem eigens errichteten Mausoleum in Sofia aufgebahrt. (Quelle: net-film)

 

Quelle: lostbulgaria.com

Einen dem Wesen des Stalinismus immanenten Personenkult umgibt auch Dimitroff.

Dimitrowgrad: Stalindenkmal vor der Chemiefabrik | Quelle: lostbulgaria.comAuf dem Gebiet dreier Dörfer wird am 10. Mai 1947 eine nach Dimitroff benannte Stadt im Süden des Landes gegründet. In den Jahren 1948-50 stampfen „Jugendbrigaden“ Dimitrowgrad aus dem Boden. Die Neugründung soll das Ideal der „sozialistischen Stadt“ widerspiegeln. Mit der zukünftigen Partnerstadt Eisenhüttenstadt (bis 1961 Stalinstadt) entsteht ab 1950 in der DDR eine ähnliche „Planstadt“.

 

Quelle: lostbulgaria.com

Der Personenkult kennt keine Grenzen: Zu Ehren von Stalins 70. Geburtstag am 21.12.1949 wird die bulgarische Stadt Varna in "Stalin" umbenannt und ein riesiges Stalin-Denkmal errichtet. Die Stadt am Schwarzen Meer trägt diesen Namen bis 1956.

Quelle: ČTKNach dem Bruch zwischen Stalin und Jugoslawiens Tito 1948 kommt es auch in Bulgarien zu Schauprozessen gegen „Verräter“ und „Tito-Faschisten“. Im Dezember 1949 findet der Prozess gegen den bis zu Dimitroffs Tod zweitwichtigsten Mann der Kommunistischen Partei Bulgariens, Traičo Kostov, statt. Er endet mit dem Todesurteil, das am 17.12.1949 vollstreckt wird.
Neben prominenten Politikern fallen zehntausende Menschen im ganzen Land dieser Terrorwelle zum Opfer – sie werden in Arbeitslager deportiert. Viele von ihnen erleben ihre Rehabilitierung nach Stalins Tod nicht mehr.

 

Themenblock Bulgarien

Sonne garantiert – Die „Riviera“ der DDR

In Bulgarien gewinnt der Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor seit Beginn der 1960er Jahre zunehmend an Bedeutung. Beträgt die Zahl ausländischer Touristen 1960 noch 150.000, kommen 1967 bereits 1,6 Millionen nach Bulgarien – eine Verzehnfachung innerhalb von nur sieben Jahren. 43 Prozent von ihnen stammen aus dem westlichen Ausland und bringen die begehrten Devisen mit.

Tot oder lebendig - Flucht fernab der DDR

In der DDR erfährt man wenig über geglückte oder misslungene Fluchtversuche über Bulgarien. Auch die Westmedien berichten kaum etwas darüber. Daher verbreitet sich in der DDR die fatale Vorstellung, es sei weniger gefährlich, über Bulgarien „abzuhauen“. Durch die geografische Entfernung wähnt man sich außerdem weit weg der DDR-Kontrolle.


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