Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Unter dem Eindruck der Ereignisse in Osteuropa lockern sich die Verhältnisse in Albanien. So fand im September 1989 eine „Deutsche Kulturwoche“ statt. Bereits im August 1989 konnte die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa ihr Heimatland besuchen.


Quelle: Albanian Rehabilitation Center of Trauma and Torture

 

+++ TICKER +++

+++ Januar 1990 +++ Januar 1990 +++ Januar 1990 +++ Januar 1990 +++
In Shkodra kommt es zu ersten Demonstrationen gegen das Regime, bei dem Jugendliche versuchen, das Stalin-Denkmal zu stürzen. Die Nachrichten von den Entwicklungen in den anderen Ostblockstaaten kommen über das italienische und das griechische Fernsehen in das abgeschottete Albanien.

+++ 17. März 1990 +++ 17. März 1990 +++ 17. März 1990 +++ 17. März 1990 +++
Etwa 60.000 Gläubige erstürmen das franziskanische Antonius-Heiligtum auf der Sebaste bei Laç. Um Wallfahrten zu unterbinden, wurde hier ein militärisches Sperrgebiet errichtet. In den Ruinen der gesprengten Kirche wird der erste Gottesdienst nach über 20 Jahren gefeiert.

+++ 8. Mai 1990 +++ 8. Mai 1990 +++ 8. Mai 1990 +++ 8. Mai 1990 +++
Abschaffung des Straftatbestands „Republikflucht“ und Ahndung als „Landesverrat“.

+++ 11. - 14. Mai 1990 +++ 11. - 14. Mai 1990 +++ 11. - 14. Mai 1990 +++
UN-Generalsekretär Perez de Cuellar besucht Albanien. Albanien lässt darauf hin 6 Albaner, die sich im Dezember 1985 in die italienische Botschaft geflüchtet hatten und seither dort aufhielten, nach Italien ausreisen.

+++ 2. Juli 1990 +++ 2. Juli 1990 +++ 2. Juli 1990 +++ 2. Juli 1990 +++
5000 Albaner flüchten in Tirana in westliche Botschaften, während Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstranten vorgehen. Fünf Tage später beschließt die albanische Regierung, den Botschaftsflüchtlingen die Ausreise zu ermöglichen, was eine Fluchtwelle auf den Hafen von Durrës auslöst.

+++ Herbst 1990 +++ Herbst 1990 +++ Herbst 1990 +++ Herbst 1990 +++
Im November wird das Religionsverbot aufgehoben und der erste öffentliche katholische Gottesdienst seit 1967 wird gefeiert. Kurze Zeit später folgen auch Orthodoxe und Muslime.

+++ Dezember 1990 +++ Dezember 1990 +++ Dezember 1990 +++ Dezember 1990 +++
Auf dem Campus der Universität Tirana wird die erste nichtkommunistische Partei, die „Demokratische Partei“, gegründet.

+++ 20. Februar 1991 +++ 20. Februar 1991 +++ 20. Februar 1991 +++
Die Statue Enver Hodschas in Tirana wird von Demonstranten gestürzt.


Tirana 1991 © Gani Xhengo


Tirana 1991 © Gani Xhengo


Tirana 1991, Quelle: Albanian Rehabilitation Center of Trauma and Torture

Themen - Albanien

Altstalinisten vs. Poststalinisten

Anfang der 1970er Jahre finden sich in verschiedenen Städten der DDR unabhängig voneinander junge Leute zusammen, die die Klassiker des Marxismus-Leninismus abseits der offiziellen Lesart diskutieren. Unter ihnen entsteht die Überzeugung, dass der DDR-Sozialismus im Widerspruch zu den Theorien der Klassiker steht.

„Ein besonderer Genuß“ - Radio Tirana

Der Sender berichtet in bis zu 23 Sprachen. Bereits seit den 1950er Jahren gibt es deutschsprachige Sendungen, seit 1964 täglich vier Stunden. Zu empfangen ist Radio Tirana in der DDR auf Kurzwelle. Der Sender berichtet nicht über „Land und Leute“, sondern er ist das Sprachrohr für Hoxhas Propaganda in die Welt.

„Manche sind gleicher“ – Personenkult

Dieses Gebot gilt in George Orwells Roman „Farm der Tiere“ als einziges nach der Klärung der Machtverhältnisse durch die Schweine – an das Scheunentor geschrieben, dass es auch ja kein Tier vergisst. Die Schweine untermauern damit ihren Führungsanspruch. Das Gleichnis, erschienen 1945, zielt auf den Stalinkult in der Sowjetunion.

„Ich war von 1945 bis 1991 inhaftiert.“

Das albanische Regime gehört zu den repressivsten im Ostblock. Bereits 1947 werden die ersten Straflager eingerichtet. Der Geheimdienst "Sigurimi", 1944 gegründet, ist das albanische Pedant zur Staatssicherheit der DDR. Er dient fast ausschließlich zur Kontrolle der eigenen Bevölkerung.


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