Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Überschrift Zeitung1959

Vom 7. bis 11. Januar besucht eine albanische Delegation unter Enver Hoxha erstmals die DDR. Es wird ein Konsularvertrag abgeschlossen, um die bilateralen Beziehungen zu vertiefen.

In den 1950er Jahren werden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten ausgebaut.

Export von Baumwolle nach Albanien, 1954 | Quelle: Bundesarchiv
Export von Baumwolle nach Tirana/Albanien, 1954 | Quelle: Bundesarchiv
Löschung einer Ladung Frühkartoffeln aus Albanien, 1957 | Quelle: Bundesarchiv
Löschung einer Ladung Frühkartoffeln aus Albanien, 1957 | Quelle: Bundesarchiv


Quelle: Stadtarchiv Dessau-RoßlauMit viel Propaganda werden Hoxha die Erfolge der DDR gezeigt. Er besucht verschiedene Industrie- und Landwirtschaftsbetriebe. Auch in Dessau wird er empfangen. Hier wurde ein Jahr zuvor das „Café Altmann“ in „Café Tirana“ umbenannt. Das noble Tanzcafé ist u.a. mit Wandbildern zur albanischen Geschichte eingerichtet.
Nach einem Umbau im Jahr 1973 entsteht das Hotel „Stadt Dessau“. Mittlerweile ist es zum Konflikt mit Albanien gekommen und das Land wird in der öffentlichen Wahrnehmung tabuisiert.

Quelle: Stadtarchiv Dessau-Roßlau

Neues Deutschland, 27.5.1959

Eine neue politische Kehrtwende bahnt sich mit dem Besuch des sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow im Frühjahr an. In der Phase des „Tauwetters“ nach Stalins Tod mahnt Chruschtschow an, sich von alten Dogmen zu lösen. Gemeint sind der Stalin-Kult und die Abgrenzung von Jugoslawien. Das lange Treffen vom 25. Mai bis zum 4. Juni sorgt für außenpolitische Brisanz: In Genf laufen gerade die Verhandlungen der Siegermächte über die Deutschlandfrage und im „fernen“ Albanien treffen sich neben den politischen Repräsentanten auch Militärexperten aus der Sowjetunion und China. Sogar der DDR-Regierungschef Otto Grotewohl ist bei einigen Gesprächen dabei.

Universal International News, 1959: Chruschtschows geheimnisvolle Reise nach Albanien (Quelle: archive.org)
Albanien ist das einzige Land im sowjetischen Einflussbereich mit Zugang zum Mittelmeer. Es geht für die Sowjetunion um die Errichtung von Militärbasen in Albanien, um strategisch auch an der Adria präsent zu sein. Doch das zur Schau gestellte Bündnis beginnt zu bröckeln. Hoxha verweigert sich den sowjetischen Bedürfnissen.

Themen - Albanien

Altstalinisten vs. Poststalinisten

Anfang der 1970er Jahre finden sich in verschiedenen Städten der DDR unabhängig voneinander junge Leute zusammen, die die Klassiker des Marxismus-Leninismus abseits der offiziellen Lesart diskutieren. Unter ihnen entsteht die Überzeugung, dass der DDR-Sozialismus im Widerspruch zu den Theorien der Klassiker steht.

„Ein besonderer Genuß“ - Radio Tirana

Der Sender berichtet in bis zu 23 Sprachen. Bereits seit den 1950er Jahren gibt es deutschsprachige Sendungen, seit 1964 täglich vier Stunden. Zu empfangen ist Radio Tirana in der DDR auf Kurzwelle. Der Sender berichtet nicht über „Land und Leute“, sondern er ist das Sprachrohr für Hoxhas Propaganda in die Welt.

„Manche sind gleicher“ – Personenkult

Dieses Gebot gilt in George Orwells Roman „Farm der Tiere“ als einziges nach der Klärung der Machtverhältnisse durch die Schweine – an das Scheunentor geschrieben, dass es auch ja kein Tier vergisst. Die Schweine untermauern damit ihren Führungsanspruch. Das Gleichnis, erschienen 1945, zielt auf den Stalinkult in der Sowjetunion.

„Ich war von 1945 bis 1991 inhaftiert.“

Das albanische Regime gehört zu den repressivsten im Ostblock. Bereits 1947 werden die ersten Straflager eingerichtet. Der Geheimdienst "Sigurimi", 1944 gegründet, ist das albanische Pedant zur Staatssicherheit der DDR. Er dient fast ausschließlich zur Kontrolle der eigenen Bevölkerung.


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