Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Briefmarke mit dem Bild von Klement Gottwald | Quelle: ABL Am 14. März stirbt Klement Gottwald an einer Lungenentzündung. Makaberer weise hat er sich diese auf der gigantischen Trauerfeier nach Stalins Tod am 5. März eine Woche zuvor in Moskau geholt.
Für Gottwald wird in das nationale Befreiungsdenkmal auf dem Prager Veitsberg ein Mausoleum integriert. Die Einbalsamierung seiner Leiche nach sowjetischem Vorbild misslingt allerdings, so dass die Mumie zerfällt und schließlich 1962 verbrannt wird. Die Urne wird im Mausoleum beigesetzt.


Nachfolger von Gottwald wird am 21. März der bisherige Regierungschef Antonín Zápotocký.

Quelle: ABL

Bereits im Jahr zuvor durch Gottwald vorbereitet, kommt es am 1. Juni 1953 zu einer Währungsreform, um die marode Wirtschaft zu sanieren und die leeren Staatskassen zu füllen. Der festgelegte Umtauschkurs und der Einbehalt alter Spareinlagen vernichtet praktisch alle Ersparnisse der Bürger und senkt den Lebensstandard.

Neues Deutschland, 10.6.1953 Jeder Bürger darf nur 300 Kronen im Verhältnis 5:1 umtauschen, ansonsten ist der Kurs 50:1. Aus 100 Kronen werden über Nacht also 2 Kronen. Jahrelange Ersparnisse werden wertlos. Gleichzeitig wird die Rationierung durch Lebensmittelkarten abgeschafft. Die nun einheitlichen Preise der Grundnahrungsmittel und anderer Waren steigen plötzlich sprunghaft an.

 

Kronen | Quelle: ABL
Kronen | Quelle: ABL

Eine Protestwelle erfasst das Land - Streiks, Kundgebungen und Unruhen. Die größte dieser Aktionen findet mit 20.000 Demonstranten am 1. Juni in Pilsen statt. Aus dem sozialen Protest wird schnell ein politischer. Die Demonstranten besetzen öffentliche Gebäude, entwaffnen Einheiten der Volksmiliz, zerstören kommunistische Symbole, versuchen politische Gefangene zu befreien. Erst der Einsatz von Polizei und Militär kann den Widerstand brechen. In Pilsen werden 650 Personen verhaftet, in Ostrau 84, in Prag 61. Weitere Verhaftungen gibt es auch in mehreren kleineren Städten. In der Zeit vom 13. bis 22. Juli finden zahlreiche Prozesse gegen die festgenommenen Personen statt.

Pilsen, 1. Juni 1953 | Quelle: ČTK
Pilsen, 1. Juni 1953 | Quelle: ČTK

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„Wir weinen ihnen keine Träne nach“

Parallel zu der Flüchtlingswelle über Ungarn wird im August 1989 die westdeutsche Botschaft in Prag durch Menschen aus der DDR besetzt, die damit ihre Ausreise aus der DDR erzwingen wollen. Ähnliches geschieht in Warschau.

„Ulbrichts Stalingrad“

Epochenjahr 1962 - Die UNO hatte das Jahr 1968 zum „Internationalen Jahr der Menschenrechte“ erklärt. Die Verletzung der Menschenwürde passiert jedoch immer auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Ohne Selbstzweifel propagiert auch die SED dieses Anliegen.

„Quelle der Inspiration“

Die Grundsatzerklärung der Charta 77 vom Januar 1977 trifft nahezu mit jedem Wort die Situation in der DDR. Trotz der deutschen Zweistaatlichkeit und der spezifischen Stellung der ostdeutschen evangelischen Kirche, existieren ähnliche gesellschaftliche Probleme.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Nachdem am 1. Januar 1972 die Grenzen nach Polen geöffnet werden, ist es zwei Wochen später auch möglich, in die ČSSR nur unter Vorlage des Personalausweises zu reisen. Als jedoch in Polen die unabhängige Gewerkschaft Solidarność legalisiert wird, schließt die SED am 30. Oktober 1980 wieder die Grenzen nach Osten.

„Wir solidarisieren uns!“

Im Januar 1989 kommt es in Prag zu Demonstrationen zum Gedenken an Jan Palach. Dieser hatte sich in einem Akt der politischen Verzweiflung nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten im Januar 1969 selbst verbrannt und erlag seinen Verletzungen. Das Husák-Regime geht mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor.


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