Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Auf der europäischen Landkarte gibt es einen „weißen Fleck“. Mit Erstaunen nimmt die Weltöffentlichkeit die politische Instabilität der 1991ausgerufenen Republik Albanien wahr. Bürgerkriegsähnliche Unruhen, wirtschaftliche Katastrophen und riesige Flüchtlingsströme prägen die 1990er Jahre. Hintergrund ist die jahrzehntelange Politik des Diktators Enver Hoxha. Sie führte zur absoluten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Isolation des Landes. Von Europa nahezu unbemerkt hat sich ein autokratisches System ungeahnten Ausmaßes entwickelt. Kennzeichen sind ein ausgeprägter Personenkult und willkürliche Repressionen bis hin zum Mord gegen die eigene Bevölkerung.
Auch in der DDR nahm man wenig Notiz von Albanien. An dieser Stelle soll deshalb ein „Spot“ auf die diktatorischen Zustände geworfen werden.

 

Klicken Sie sich durch unserer Zeitleiste:

  • images/albanien/1944/galerie/3.jpg

    1944 Rückzug der deutschen Wehrmacht aus Shkodra

    Mit dem Rückzug der deutschen Wehrmacht aus Shkodra im November wird Albanien durch die „Nationale Befreiungsarmee“, einem Zusammenschluss aller Partisanengruppen, befreit. Die Kommunisten unter Enver Hoxha übernehmen die Macht. Drei Jahre vorher wurde die Kommunistische Partei Albaniens gegründet, deren Führer Hoxha seit 1943 ist.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1946/hoxha.jpg

    1946 Ausrufen der Volksrepublik Albanien

    Am 11. Januar wird die Volksrepublik Albanien ausgerufen. Vorausgegangen ist im Sommer 1945 eine Bodenreform. Die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitz sichert der kommunistischen Partei die Zustimmung der breiten Bevölkerung. Bei den Parlamentswahlen im Dezember 1945 gewinnen die Kommunisten über die Einheitsliste „Demokratische Front“ alle Sitze. In der Folgezeit werden die wenigen Abgeordneten anderer Parteien ermordet.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1948/eternal-friendship.jpg

    1948 Kehrtwendung der Jugoslawien-Politik

    Nachdem ideologische Differenzen zwischen Stalin und Tito zum Bruch der Sowjetunion mit Jugoslawien geführt haben, vollzieht die albanische Führung eine radikale Kehrtwendung ihrer Jugoslawien-Politik. Alle jugoslawischen Berater werden des Landes verwiesen, alle Verträge gekündigt und die Grenzen geschlossen. Tito gilt fortan als Feind Albaniens, das sich nunmehr der Sowjetunion und Stalin zuwendet.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1951/sowjetische-botschaft-tirana.jpg

    1951 Sprengstoffanschlag

    Ein Sprengstoffanschlag auf die sowjetische Vertretung in Tirana
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1955/vertragsunterzeichnung.jpg

    1955 „Warschauer Vertrag“

    Am 14. Mai wird der „Warschauer Vertrag“ gegründet. Damit werden die Streitkräfte des Ostblocks einheitlich unter den Befehl der Sowjetunion gestellt. Albanien ist Gründungsmitglied.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1959/1.jpg

    1959 Beziehung zur DDR

    Vom 7. bis 11. Januar besucht eine albanische Delegation unter Enver Hoxha erstmals die DDR. Es wird ein Konsularvertrag abgeschlossen, um die bilateralen Beziehungen zu vertiefen. In den 1950er Jahren werden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten ausgebaut.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1961/Albanien_1978.png

    1961 Ende des Personen- und Stalinkult

    Vom 17. bis 31. Oktober findet in Moskau der 22. Parteitag der sowjetischen Kommunisten statt. Auf diesem kommt es zum Bruch mit Albanien. Vorausgegangen ist, dass Hoxha die sowjetische Hegemonie nicht akzeptiert. Beide Seiten sehen sich als Gralshüter der marxistisch-leninistischen Lehre und bezichtigen sich des „Revisionismus“. Unter diesen Bedingungen werden nun offen der Personen- und Stalinkult sowie die Repressionen in Albanien angeprangert.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1967/hoxha-das-recht.jpg

    1967 Ende der Religionsfreiheit

    In einer Rede am 6. Februar ruft Hoxha zur Abrechnung mit der Religion auf. Am 4. März wird die Kathedrale von Shkodra endgültig geschlossen. Allen Christen und Muslimen wird jegliche Religionsausübung untersagt, Geistliche werden inhaftiert oder ermordet, Gotteshäuser säkularen Zwecken zugeführt. Insgesamt werden 2.169 Moscheen, Kirchen und Klöster geschlossen, geplündert und in Lagerhallen, Kulturzentren und ähnliches umgewandelt.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1968/china.jpg

    1968 Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Prag

    23. August Hoxha verurteilt den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Prag zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“ als „Aggression sowjetischer Revisionisten und ihrer Satelliten“. 13. September Aus Protest gegen den Einmarsch in die ČSSR verlässt Albanien den RGW und den Warschauer Pakt. Der Warschauer Pakt gilt für Albanien nunmehr wie die NATO als „aggressiver Militärpakt“. Die Vereinbarungen zum „Warschauer Vertrag“ sehen jedoch keine Austrittsmöglichkeit vor. Er wird aber still schweigend hingenommen. Nachdem China bereits 1962 mit der Sowjetunion gebrochen hatte, wird das „Reich der Mitte“ Hoxhas letzter Verbündeter. Diese Entwicklung führt Albanien endgültig in die Isolation.
    Mehr erfahren...
  • images/audio/audiovorschau.jpg

    1972 Albanische Musik

    Weihnachten 1972 veranstaltet das Staatsfernsehen in Tirana das 11. Liederfestival. Zum Ärger der Parteiführung, treten in „Hippie-Manier“ gekleidete Musiker und Sänger mit langen Haaren auf, die westliche Beat- und Rockmusik spielen. Die Veranstaltung wird später als „Exzess“ verurteilt.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1974/galerie/3.jpg

    1974 Außenpolitische Isolation des Landes

    Durch die außenpolitische Isolation des Landes „lauert“ der Feind überall. Hoxha propagiert „höchste Wachsamkeit“ gegenüber vermeintlichen Invasoren. Bis Anfang der 1980er Jahre kommt es zur totalen „Bunkerisierung“ des Landes. Die Bunker bilden Schutzwälle in mehreren Reihen durch das ganze Land mit Tirana als Zentrum. Die Schätzungen reichen von 700.000 bis 800.000 Bunker. Wie Narben sind die Relikte noch heute überall zu sehen.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1975/hintergrund-1975.jpg

    1975 KSZE-Prozess

    Albanien ist das einzige europäische Land, das nicht am KSZE-Prozess (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) teilnimmt. Dementsprechend fehlt die albanische Unterschrift unter der Schlussakte von Helsinki, in der Vereinbarungen über Menschenrechte, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Wissenschaft, Technik, Umwelt und Sicherheitsfragen getroffen werden.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1976/parteikonferenz.jpg

    1976

    Seit Beginn der 1970er Jahre verweigern sich immer mehr Jugendliche den Forderungen der Partei. In Hoxhas Geburtsstadt Gjirokastra lehnen es jetzt viele Jugendliche ab, eine zugewiesene Arbeit aufzunehmen.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1978/Albanien_1978.png

    1978 Bruch mit China

    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1981/hoxha-shehu.jpg

    1981 - Säuberer wird selbst Opfer

    Hoxhas langjähriger Weggefährte, Ministerpräsident Mehmet Shehu (r.), kommt ums Leben. Shehu, seit 1954 Regierungschef, stützte alle politischen Kehrtwendungen und Intrigen. Jetzt fällt er selbst über das lange Jahre praktizierte System der „Sippenhaft“. Ihm werden politische Verfehlungen seiner Familie zur Last gelegt. Ein „Säuberer“ wird selbst Opfer einer Säuberungen.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1985/alia-und-hoxha.jpg

    1985 Hoxha stirbt

    Hoxha stirbt am 11. April im Alter von 76 Jahren. Die kommunistische Partei inszeniert eine gigantische Trauerfeier. Im ganzen Land herrscht eine Woche Staatstrauer. Während der Beisetzung ruht überall die Arbeit. Die Sirenen von Fabriken, Zügen und Schiffen ertönen. In Tirana und zehn weiteren Städten wird Salut geschossen.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1987/hintergrund-1987_small.jpg

    1987 Ende der Isolation

    Albanien gibt seinen bisherigen Isolationskurs allmählich auf. Im September 1987 gehen Albanien und die Bundesrepublik offiziell diplomatische Beziehungen ein. Vorausgegangen waren inoffizielle Kontakte über mehrere Jahre. Bereits seit Mitte der 1970er Jahre hatte Albanien sich um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik bemüht. Hintergrund waren Forderungen über Kriegsreparationen. Da es laut albanischer Verfassung verboten war, ausländische Kredite aufzunehmen, sah man hier eine Möglichkeit, die leeren Staatskassen zu füllen. Die westdeutsche Seite lehnte jede Zahlung ab.
    Mehr erfahren...
  • images/albanien/1990/1.jpg

    1990 Umbruchszeit

    Unter dem Eindruck der Ereignisse in Osteuropa lockern sich die Verhältnisse in Albanien. So fand im September 1989 eine „Deutsche Kulturwoche“ statt. Bereits im August 1989 konnte die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa ihr Heimatland besuchen.
    Mehr erfahren...

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen