Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Am Mittwoch, 18. März 2026, stellen wir – die Vereine Haus der Demokratie Leipzig e.V., Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. und der Behindertenverband Leipzig e.V. – unser durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördertes Projekt „Das Haus der Demokratie – gelebte Demokratiegeschichte“ vor. In dem zweijährigen Projekt beleuchten wir die frühen 1990er Jahre im damals neuen Haus der Demokratie, schauen, wie Demokratie und Teilhabe als Praxis eingeübt wurde und was wir heute für die politische Bildung daraus lernen können.

Was wir in den kommenden zwei Jahren vorhaben, welche Praxispartner wir dafür bereits gewinnen konnten und wie sich das Haus der Demokratie durch das Projekt verändern wird, wollen wir Ihnen und Euch am Mittwoch gerne ausführlich zeigen.

 

Wann:  18. März 2026, 17 bis 18 Uhr

Wo:       Haus der Demokratie Leipzig, Raum 203

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig beteiligt sich am Tag der Archive am 7. März 2026.

In diesem Jahr steht der Tag der Archive unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“. Auch das ABL öffnet zwischen 10 und 16 Uhr seine Türen und lädt ein:

10.30 Uhr - Blick ins Magazin – Archivführung

14.00 Uhr - Zeitzeugengespräch mit Bernd Stracke, als Punk 1986 in die Bundesrepublik freigekauft

 

Die im Archiv Bürgerbewegung aufbewahrten Dokumente und Fotografien erzählen spannende Geschichten über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder (mehr oder weniger) freiwillig eine neue gesucht haben. Die Archivführung ermöglicht einen Blick „hinter die Kulissen“, in das Magazin und in die Bestände. Gezeigt werden u. a.  zahlreiche Fotografien zur Devastierung im Leipziger Südraum und zum städtebaulichen Wandel Leipzigs seit 1990.

Wir präsentieren zudem die Wanderausstellung "Exit. Reise ohne Rückkehr?". Sie erzählt die Lebensgeschichten von sieben Ostdeutschen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in die Bundesrepublik übersiedelten.

Zu Gast ist außerdem Bernd Stracke, der als Punk der ersten Generation in Leipzig massiver Überwachung und Verfolgung ausgesetzt war. Schließlich entschied er sich für das Stellen eines Ausreiseantrages. Er wurde 1986 aus der Haft freigekauft und ging nach Westberlin. Wir wollen von ihm wissen, wie das für ihn war mit dem Verlust der alten und dem Ankommen in der neuen Heimat.

--> Flyer

Weitere Informationen zum Tag der Archive

 

Freiheit für alle Beatfans! Die Leipziger Beatdemonstration von 1965 - Ausstellung, Zeitzeugengespräch und Austausch

Einführung von Juliane Thieme, Historikerin und Pädagogin im Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

The Butlers - Renft; Quelle: ABL / W. Schmidt31. Oktober 1965 – hunderte Jugendliche versammeln sich friedlich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Sie protestieren gegen das Verbot ihrer Beatbands. Die DDR-Staatsmacht löst die Beatdemo gewaltsam auf - Wasserwerfer, Schlagstöcke und Hunde sind im Einsatz. 267 Fans werden „zugeführt“. Gegen 162 Beat-Fans werden Strafmaßnahmen verhängt - ein Großteil muss im Braunkohletagebau schwere Arbeiten verrichten. Damit war die Leipziger Beatdemo das größte Protest-Ereignis zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989/90 in Leipzig. Wie kam es zur Leipziger Beatdemo? Wir blicken auf die Ursachen und die Erfahrungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Haben Sie auch Erinnerungen an Ihre Jugend in den 1960 Jahren? Mochten Sie Beatmusik, waren Sie tanzen? Bringen Sie gerne alte Fotos o.ä. mit!

 

Donnerstag, 11. Dezember 2025, 15.30 Uhr im Café

 

Vernissage / © Heilig / Museum Villa RotVom 2. November 2025 bis zum 8. Februar 2026 präsentiert das Museum Villa Rot die Ausstellung „Wendepunkte – Generation Mauerbau“, an der wir uns beteilgten. Thematisiert wird das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern, die um 1961 – dem Jahr des Mauerbaus – geboren wurden. Dieses ist Teil der kollektiven Erinnerung an die politische Teilung Deutschlands und die Friedliche Revolution.  Es dokumentiert zugleich, wie sich gesellschaftliche Umbrüche, historische und politische Erfahrungen in der Kunst widerspiegeln. Gezeigt werden Werke der Malerei, Zeichnung, Fotografie, Objekte, Installationen und Videokunst. Integriert wurden auch Teile unserer aktuellen Wanderausstellung zum Fotografen Mahmoud Dabdoub, der sowohl den Alltag in der DDR als auch den Mauerfall und die anschließende Transformation mit seiner Kamera dokumentierte.

Ausstellungsort:

Museum Villa Rot

Schlossweg 2

88483 Burgrieden-Rot

Öffnungszeiten:

Donnerstag bis Samstag: 14 bis 17 Uhr

Sonn- und Feiertags: 11 bis 17 Uhr

 

Weitere Informationen unter:  Villa Rot: Ausstellungen

Flyer BeatkonzertAm 31. Oktober 1965 versammelten sich hunderte Jugendliche auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig, um gegen den Kahlschlag der Beatszene zu protestieren. „The Butlers“ und andere beliebte Leipziger Bands durften nicht mehr spielen, galten der SED als zu „westlich-dekadent“. Die Staatsmacht löste die Beatdemo schließlich brutal auf und nahm mindestens 267 Fans vorläufig fest. Gegen 162 Jugendliche wurden „Straf- und Erziehungsmaßnahmen“ eingeleitet, über 100 Beatfans wurden direkt im Anschluss für zwei bis drei Wochen in ein „Arbeitserziehungslager“ im Braunkohletagebau bei Leipzig eingewiesen, wo sie im Gleisbau körperlich hart arbeiten mussten.

Mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Stadt Leipzig und privatem Sponsoring sowie unseren Partnern sind spannende Veranstaltungen geplant, um an das größte Leipziger Protestereignis zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989 zu erinnern.

30.10. 20 Uhr
Festkonzert All you need is beat. 60 Jahre Leipziger Beatdemo und Verbot von „The Butlers“
Lindensaal Markleeberg
ausverkauft, Warteliste
31.10.

11 Uhr und 14 Uhr

Live-Beatmusik auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz mit Stephan Langer & Thomas Spillner

 

11.30 Uhr und 14.30 Uhr
Rundgang durch die Innenstadt zu Orten der Beatdemo mit Zeitzeug:innen, Live-Beatmusik und Ausschnitten aus dem neuen Audiowalk von Diana Wesser „Freiheit für alle Beatfans!“ (Siehe auch 2.11.)

Begrenzte Platzzahl, bitte Anmeldung für den Rundgang an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Treff: Wilhelm-Leuschner-Platz, Bühne

 

"17 Uhr
„Freiheit für alle Beatfans! 60 Jahre Leipziger Beatdemo“: Empfang, Präsentation und Austausch zur Leipziger Beatdemo
Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. in Kooperation mit dem Schulmuseum Leipzig
Mit Uwe Schwabe, Gerhard Pötzsch und Juliane Thieme; Musik: Robert Herrmann, Jazzpianist 
Ort: Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, Goerdelerring 20, 04109 Leipzi

19.30 Uhr
Mediengeschichte des Protests #4: Beatdemo. Politik und Musik damals und heute
Eine Podiumsveranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der DNB und dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Mit Steffen Lippold, Thomas „Monster“ Schoppe, Hendrik Bolz
Ort: Bundesarchiv/ Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig (Saal), Dittrichring 24, 04109 Leipzig

 02.11. 14 Uhr
„Freiheit für alle Beatfans!“ Audiowalk von Diana Wesser durch die Leipziger Innenstadt, mit Führung durch die Künstlerin
Begrenzte Platzzahl, bitte Anmeldung an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Treff: Wilhelm-Leuschner-Platz, Großfotos
27.10
bis
14.11.
Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erinnern drei Großfotos Passant:innen an das Protestereignis von 1965

Veranstaltungsplan als pdf-Datei

Flyer zum 60. Jahrestag der "Beat-Demo" (pdf)

 

Es werden immer noch Zeitzeug:innen der Leipziger Beatdemo gesucht! Bitte melden Sie sich bei uns!

 

Bisher liegen 830 STOLPERSTEINE an 287 Orten in Leipzig. Jetzt werden 16 weitere Steine für Opfer der NS-Diktatur folgen. Vor den ehemaligen Wohnorten verfolgter und ermordeter Menschen werden diese Erinnerungsmale ebenerdig in den Gehweg verlegt. Zu den Verlegungen begrüßen wir Familienangehörige aus den USA, Israel und Deutschland.

Beim Einbau der Steine werden wir vom Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) unterstützt.

www.stolpersteine-leipzig.de

--> Ablauf und Biogramme

 

Vom 10. Juli bis 28. September 2025 präsentiert der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus unsere Wanderausstellung. Diese gewährt einen Einblick in den seit 2014 im Archiv Bürgerbewegung Leipzig verzeichneten Bestand des Fotografen. Gezeigt werden Dabdoubs frühe Arbeiten aus dem Libanon, seine Sicht auf den Alltag in der DDR und seine sozialdokumentarischen Aufnahmen der Transformation in Ostdeutschland in den 1990er Jahren.

 

Dienstag – Sonntag, 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei, Ausweis erforderlich

Ausstellungsort:

Willy-Brandt-Haus

Stresemannstraße 28

10963 Berlin

 

Am 13. September 2025 führt der Fotograf ab 15 Uhr durch die Ausstellung.

Weitere Infos zur Ausstellung hier.

 

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Quelle: ABLUnsere quellenreiche Plakatausstellung erinnert an die Leipziger Beatdemonstration vom 31. Oktober 1965, die sich diesen Herbst zum 60. Mal jährt. Sie zeigt das wechselvolle Verhältnis von Jugend, Musik und Politik in der DDR zwischen 1955 und 1975. Wie hat sich die Jugendkultur um Rock 'n' Roll und Beat unter den Bedingungen der Ulbricht-Ära zwischen partieller Förderung, Zensur und Repression entwickelt?

Am Beispiel der Leipziger Beatband "The Butlers" werden die frühen sechziger Jahre zwischen Mauerbau, kulturpolitischen Aufbruch und wieder einsetzendem "Kahlschlag" nach dem 11. Plenum dargestellt. Im Mittelpunkt steht die Leipziger Beatdemonstration 1965, an welcher 500 bis 800 "Beatniks" teilnahmen, denen die Staatsmacht fast das Doppelte an Polizei und zivilen Sicherheitskräften gegenüberstellte, welche mit unangemessener Härte gegen die Jugendlichen vorgingen. Es folgten zahlreiche Verhaftungen und Verbringung in Zwangsarbeitslager ohne Verständigung der Angehörigen. Den Abschluss der Ausstellung bilden die weitere Entwicklung populärer Musik Ende der sechziger Jahre und die X. Weltfestspiele von 1973, welche die "Weltoffenheit" des SED-Regimes nach dem Machtwechsel zu Honecker suggerieren sollte. Obgleich öffentliches Zwangshaareschneiden und Jeansverbot der Vergangenheit angehörten, bediente man sich auch weiterhin einer Vielzahl repressiver Mittel, um nicht angepasste Jugendliche in die engen Schranken der sozialistischen Freizeitkultur zu weisen.  

Wo:

Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig

Dittrichring 24

04109 Leipzig

Das Gebäude ist nicht vollständig barrierefrei.

 

Öffnungszeiten:

Mo bis Fr: 8 bis 18 Uhr

Sa und So: 10 bis 18 Uhr

Achtung, Öffnungszeiten können abweichen, bitte vorher unter 030/18 66 53 333 nachfragen!

Journalistinnen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Venezuela besuchten am 2. Juni 2025 das ABL. Die Archivleiterin Saskia Paul stellte das Archiv und seine Bildungstätigkeit vor. Auf großes Interesse stießen v. a. die originalen Fotos und Dokumente des Archivs.

Im Rahmen einer Studienfahrt der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statteten zudem am 4. Juni 2025 bulgarische Expert:innen für Erinnerungskultur dem Archiv einen Besuch ab. Sie informierten sich über die Geschichte, das einmalige Archivgut zu Widerstand und Opposition in der DDR und die Tätigkeitsfelder des ABL. Die historisch-politische Bildungsarbeit des Archivs, insbesondere die Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Lehr- und Lernplattform https://dieanderejugend.de/ zu Jugendsubkulturen in der DDR, beeindruckten die Gäste.