Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

ratix BlätterIn einer von Stephan Bickhardt 1986 gegründeten illegalen und bis zum Ende der DDR unentdeckten Druckerei wurden bis 1989 in Berlin elf Samisdathefte mit einer Auflagenhöhe von jeweils bis zu 3.000 Exemplaren herausgegeben.

„radix“, ein lateinisches Wort heißt Quelle, Ursprung oder Wurzelgeflecht – Bedeutungen, die zwischen 1986 und 1989 in der DDR zum Programm dieses Untergrundverlages wurden.„Dialog und Öffnung“ werden zu dessen Leitbegriffen und Zielen. Die Ausstellung zeigt die Arbeitsweise und innere Struktur des Verlages, die Publikationen und deren Inhalte und beleuchtet die Haltung der Staatssicherheit.

Stephan Bickhardt (geb. 1959) gehörte zu den bedeutendsten Oppositionellen in der DDR. Aus einem christlichen Elternhaus stammend kam er schon früh über die in der Dresdener Weinberg-Kirchgemeinde initiierte „Offene Arbeit“ mit den Begründern der sächsischen Umweltbewegung zusammen und gründete mit Christoph Wonneberger den „Sozialen Friedensdienst“. Später entstand unter seiner Mitwirkung der Friedenskreis Naumburg“. Er gehörte zum Leitungskreis der Aktion Sühnezeichen und unterhielt über Petra Kelly Kontakte zu bundesdeutschen Friedensbewegung sowie verschiedenen oppositionellen Gruppen in der DDR. Gemeinsam mit Ludwig Mehlhorn und Konrad Blank gründete er 1986 den radix-Verlag. Im Herbst 1989 gehörte er zu den Gründern der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ war deren Geschäftsführer und leitete den Wahlkampf der Listenverbindung Bündnis 90/ Die Grünen zur Volkskammerwahl 1990.

Die Ausstellung ist vom Leipziger Kreis – Forum für Wissenschaft und Kunst erarbeitet worden. Sie besteht aus 12 Tafeln zum Hängen (85 cm x 120 cm) und kann kostenlos bei Übernahme des Transports im Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. entliehen werden.

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