Mit der Demonstration „Pleißepilgerweg“ wollen Leipziger Jugendliche das Dach der Kirche verlassen und im öffentlichen Raum für die Defizite der Umweltpolitik sensibilisieren. Sie erhoffen sich, eine größere Resonanz in der Bevölkerung zu erreichen und staatlich unabhängige Gestaltungsräume zu öffnen.
061-002-018: Michael Arnold mit einer Wasserprobe der Leipziger Pleiße auf dem ersten „Pleißegedenkmarsch“ am 5.6.1988, Quelle: Archiv Bürgerbewegung Leipzig / Christoph Motzer Foto 061-002-018
061-002-015: Erster „Pleißegedenkmarsch“, Leipzig, am 5.6.1988, Quelle: Archiv Bürgerbewegung Leipzig / Christoph Motzer Foto 061-002-015
061-002-027: Erster „Pleißegedenkmarsch“, Leipzig, am 5.6.1988, Quelle: Archiv Bürgerbewegung Leipzig / Christoph Motzer Foto 061-002-027
061-002-031: Erster „Pleißegedenkmarsch“, Leipzig, am 5.6.1988, Quelle: Archiv Bürgerbewegung Leipzig / Christoph Motzer Foto 061-002-031
Biografisches:
Michael Arnold (Jg. 1964)
- 1982 pflegerische Hilfskraft in Coswig (b. Dresden)
- 1985-90 Studium der Zahnmedizin in Leipzig
- 1987 Mitglied „Initiativgruppe Leben“ Leipzig
- 1988 zeitweilige Exmatrikulation
- 1989 Mitbegründer und Sprecher des Neuen Forums
Gesprächsprotokoll:
Länge: 19:02 min
Michael Arnold, Brigitte Moritz und André Botz geben Statements zur Umweltsituation in Leipzig, der Arbeit der Umweltgruppen und dem 2. „Pleiße-Gedenkmarsch“. Am 4. Juni 1989 fand der 2. „Pleiße-Gedenkmarsch“ statt. Die geplante Demonstration an der Pleiße wurde vom Staat untersagt, dennoch finden die beiden Gottesdienste zu Beginn (Paul-Gerhardt-Kirche) und am Ende (Reformierte Kirche) der geplanten Strecke statt. Zahlreiche Teilnehmer werden zeitweilig festgenommen und sollen hohe Ordnungsstrafen zahlen.
Brigitte Moritz erzählt sehr detailliert von dem Tag. Sie wurde im Vorfeld aufgefordert, nicht an der Demonstration teilzunehmen. Am 4. Juni ist sehr viel Polizei (Bereitschaftspolizei) unterwegs, um die Aktion zu verhindern. Sie berichtet von den zum Teil brutalen Verhaftungen.
Michael Arnold berichtet, mit der Aktion seit 1988 den öffentlichen Raum zu besetzen. Ziel sei es, die Bevölkerung dahingehend zu aktivieren, Prozesse selbst zu gestalten.
André Botz stellt die Ziele des Arbeitskreises „Weltumwelttag“ vor. Auch ihm geht es darum, die Bevölkerung zu erreichen und zu sensibilisieren. Er stellt das vom Arbeitskreis herausgegebene Pleißeheft „Die Pleiße“ vor.
