Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Am 15. Oktober 2019 findet um 19.00 Uhr in der Alte Börse in Leipzig eine Podiumsdiskussion zur "Geschichte und Zukunft der Verfolgtenverbände in der kommunistischen Diktatur SBZ/DDR" statt.

Unter dem Titel "... und dann nahmen wir wieder am Leben teil." diskutieren Jörg Siegmund M.A. (Akademie für politische Bildung Tutzing), Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig (Universität Passau), Lutz Rathenow (Sächsischer Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur) sowie Hugo Diederich (Bundesgeschäftsführer der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, VOS) zum Thema.

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. übernahm Ende 2018 die Aktenbestände der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Die Unterlagen sollen in den nächsten Jahren erschlossen werden und stehen dann der Öffentlichkeit zur Verfügung. In den über 1.300 Ordnern finden sich neben Schilderungen von Haft und Verfolgung in der DDR und SBZ auch Dokumente, die die Geschichte der VOS und der Opferverbände dokumentieren, und vieles mehr.

Flyer...

Pressemitteilung...

Am Freitag den 1. November 2019 bleibt das Archiv geschlossen.

Historischer Kern - Entwicklung - Legendenbildung

Bis Oktober 2020 entsteht eine neue Internetpräsention, die der Mythenbildung um die Leipziger Ereignisse nachgehen will. In einem ersten, jetzt veröffentlichten Schritt geht die Darstellung dem historischen Kern des Mythos‘ nach. Die Leipziger Montagsdemonstrationen waren untrennbar mit den seit 1982 stattfindenden Friedensgebeten in der Nikolaikirche verbunden. Die Darstellung schlägt den Bogen von den historischen Hintergründen und den Rahmenbedingungen über die ersten Friedensgebete, die Konflikte mit der Amtskirche, die Wir-wollen-raus-Bewegung bis zu verschiedenen Protestformen, die sich aus den montäglichen Treffen ergeben hatten. Die handgreifliche Auseinandersetzung mit der Staatsmacht gehörte demnach weit vor dem Herbst 1989 zum wöchentlichen Alltag. Den Abschluss dieses Abschnittes bildet das dramatische Geschehen im Herbst 1989 bis zur Entscheidung am 9. Oktober. 

www.mythos-montagsdemonstrationen.de

Ab dem 4. September 2019 kann erstmals nach Fotos der Demonstration auf dem Leipziger Nikolaikirchhof vor 30 Jahren online unter www.opposition-archive-sachsen.de recherchiert werden. 

Nach der Sommerpause fand das erste Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche am 4. September 1989 mit etwa 1000 Teilnehmern statt. Im Anschluss kam es zu einer Demonstration auf dem Leipziger Nikolaikirchhof. Bürgerrechtler entrollten Transparente, die innerhalb weniger Minuten von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit heruntergerissen wurden.

Die dabei entstandenen Fotos von Armin Wiech, einem westdeutschen Pressefotografen, sowie den Leipziger Bürgerrechtlern Christoph Motzer und Rainer Kühn sind ab sofort in einer gemeinsamen Online-Datenbank des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., des Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. in Werdau und der Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. recherchierbar. Diese geht ab dem 4. September 2019 - 30 Jahre nach dem historischen Datum - online.

Die 3 Archive haben gemeinsam im Juli 2018 den Arbeitskreis der Archive zu Widerstand und Opposition in Sachsen konstituiert, um ihre Zusammenarbeit weiter auszubauen und die vorhandenen historischen Quellen, Bildungsangebote, Ausstellungen etc. leichter zugänglich zu machen. Ein erster Schritt war eine gemeinsame Homepage (www.opposition-archive-sachsen.de), auf der ab sofort auch die gemeinsame Online-Datenbank bereitgestellt wird.

Neben den Fotografien werden auch Dokumente und Objekte aus den Beständen der Archive in die Datenbank eingepflegt. In einem ersten Schritt können ab sofort mehr als 1100 Datensätze online eingesehen werden. Ziel ist es, nach und nach die Bestände der Archive des Arbeitskreises zu Opposition und Widerstand in Sachsen für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am Ende dieses langen Weges werden mehr als 35.000 Datensätze für die Recherche bereitstehen. Bis dahin lohnt sich neben der Onlinerecherche auch der direkte Kontakt zu den 3 Archiven, um zu klären, ob relevante Fotos, Dokumente, Objekte, Film- und Audioüberlieferungen, Pressedokumentationen oder sonstige Sammlungen für Ihre Forschungsvorhaben verfügbar sind.

Neuigkeiten: Gregor Gysi soll am 9. Oktober, dem 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution, in der Leipziger Peterskirche im Rahmen eines Konzerts eine Festrede halten (von einer anderen Veranstaltung war unsererseits nie die Rede). Diese Tatsache und unser vielstimmiger Protest haben eine heftige Debatte ausgelöst. Manche behaupten sogar, Gregor Gysi habe in der Revolution eine wichtige Rolle gespielt und sie gefördert. Das stimmt ganz und gar nicht!

Noch am 4. November 1989 hat er auf dem Alexanderplatz die führende Rolle der SED und das Agieren seines SED-Parteivorsitzenden, Egon Krenz, dessen Nachfolger Gysi wurde, verteidigt. Am 9. Oktober 1989 entschied sich die Revolution, am 4. November 1989 waren die Veranstalter bereits eine „Sicherheitspartnerschaft“ mit SED, Stasi und Polizei eingegangen, die Mauer war de facto bereits offen, denn ab diesem Wochenende konnte jeder, der wollte, die DDR über die CSSR Richtung Bundesrepublik offiziell verlassen (was auch etwa 50.000 Menschen taten!). Ohne den 9. Oktober 1989 kein 4. November und kein 9.November! Der 9. Oktober 1989 war der symbolische 14. Juli der ostdeutschen Revolution, der Tag, an dem 1789 die Bastille erstürmt wurde. Und mit dem 9. Oktober hatte Gregor Gysi nichts, aber auch gar nichts zu tun. Die Demonstranten überwanden ihre Angst, um gegen Gysis Partei und nicht für deren „führende Rolle“ aufzubegehren. Deshalb sind wir gegen Gysis Auftreten am 30. Jahrestag der Revolution in einer Leipziger Kirche. Und das steht auch so deutlich in unseren Erklärungen.

Die Protesterklärung vom 28. Juni 2019 haben mittlerweile über 700 Personen unterzeichnet. Die aktuelle Version vom 5. Juli 2019 finden Sie hier.

Uwe Schwabe - Archiv Bürgerbewegung Leipzig
Ilko-Sascha Kowalczuk - für die Initiatoren des Offenen Briefes
Frank Ebert - Robert Havemann-Gesellschaft

Leipzig und Berlin, 01. Juli 2019 

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Stand 28. Juni 2019: Über 420 Bürger und Bürgerinnen, die ein breites politisches Spektrum Deutschlands vertreten, sind empört darüber, dass ausgerechnet Gregor Gysi am 9. Oktober 2019 in einer Leipziger Kirche eine Festrede zum Jahrestag der ostdeutschen Revolution halten soll. Unter den Unterzeichnern und Unterzeichnerinnen befinden sich Vertreter und Vertreterinnen der DDR-Opposition, aus der DDR-Aufarbeitung, aus der Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie politische Akteure aus Ost und West.

Wir geben hiermit die Protesterklärung zur Kenntnis. Sie kann sofort verwendet, verbreitet werden und hier heruntergeladen werden.

Zum Hintergrund: 

In diesem Jahr feiern wir den 30. Jahrestag der Revolution, die die SED-Diktatur beendete. Der Tag der Entscheidung war der 9. Oktober 1989, als über 70.000 Menschen aus der ganzen DDR in Leipzig gegen die SED-Herrschaft demonstrierten. Schon in den Wochen zuvor war das Regime durch die Massenflucht sowie die Gründung neuer Bürgerbewegungen destabilisiert worden. Die Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig sollte die Entscheidung bringen: Würde das SED-Regime mit militärischer Gewalt die Demonstration niederschlagen oder würde es zurückweichen? Alle Vorbereitungen dafür waren getroffen. Angesichts der unerwartet großen Menschenmasse aber wich das Regime zurück. Die bereit stehenden Einsatztruppen von Armee, Polizei und Staatssicherheit und die SED kapitulierten, die Diktatur war am Ende.

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. sucht zum 1. September 2019 eine/n Beschäftigten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes für ein Jahr bis zum 31. August 2020.

Nähere Informationen findet Ihr hier.

Du hast Lust, die Arbeit in einem kleinen Archivteam und einer Einrichtung für politische Bildung kennen zu lernen und bist interessiert an der Geschichte von Widerstand und Opposition in der ehemaligen DDR / SBZ? Dann bewirb Dich schriftlich bis zum 5. Juli 2019 bei dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., Bernhard-Göring Straße 152, 04277 Leipzig

oder sende Deine Bewerbungsunterlagen per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

der Archivpublikation "Fenster zur Freiheit. Die radix-blätter. Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition" fand am 22. März 2019 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig statt.

Mehr als hunderttausend hektografierte Seiten, die in der ganzen DDR verbreitet wurden, ohne dass der Geheimdienst es verhindern konnte. 136 Autoren packten – nicht anonym, sondern unter ihrem Namen - in den radix-blättern Themen an, die in der DDR sonst nicht öffentlich diskutiert werden konnten, Themen, die heute immer noch aktuell sind: Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, alte und neue Nazis, das Verhältnis der Deutschen zu Osteuropa, die Mauern im Kopf, die Strukturen von Macht, Herrschaft und Gewalt - und der Wert von Demokratie. In einer versteckten Kammer hinter dem Schlafzimmer der Eltern standen verbotene Druckmaschinen, arbeiteten illegal angestellte Drucker acht bis zehn Stunden am Tag.

Wie war das möglich? Stephan Bickhardt und Ludwig Mehlhorn betrieben von 1985 bis 1990 den wohl einzigen unabhängigen, illegalen Verlag in der DDR. Ihre Zeitschrift „radix-blätter“ war ein Debattenforum der Opposition. Diese spannende Geschichte beschreibt das neue Buch von Peter Wensierski:  „Die radix-blätter. Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition", herausgegeben vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. 

 

Demonstration in der Leipziger Innenstadt am 15. Januar 1989Im Rahmen des geschichtsdidaktischen Seminars „Quellen zur Jugendgeschichte und ihr Einsatz im Unterricht" an der Universität Leipzig werden Lehramtsstudierenden die Quellen des Archiv Bürgerbewegung zur oppositionellen Jugend in der DDR vorgestellt. Nach einem Überblick zu den Beständen des ABL wird der Spiegel-Autor Peter Wensierski über seine Vorgehensweise bei der Recherche für sein Buch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution. Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte“ berichten.

Anlass der Veranstaltung ist der 30. Jahrestag der Leipziger Demonstration am Luxemburg-Liebknecht-Gedenktag 1989, bei der ca. 800 Menschen auf die Straße gingen. Dabei forderten sie Grundrechte wie Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit ein.  Im Vorfeld waren ca. 5.000 Flugblätter heimlich gedruckt und in Leipziger Briefkästen verteilt worden. Die Staatssicherheit verhaftete umgehend zwölf der Initiatoren und leitete Ermittlungsverfahren ein. Die Demonstration in der Leipziger Innenstadt konnte jedoch nicht verhindert werden und markierte eine neue Qualität widerständigen Verhaltens in Leipzig.

 

Am 10. November 2018 findet in Leipzig der 3. Deutsch-Bulgarische Geschichtstag von 12.00 bis 17.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist die Leipziger Außenstelle der BStU (Dittrichring 24 in 04109 Leipzig).

Auf diesem Geschichtstag wird über den aktuellen Stand der deutsch-bulgarischen Geschichtsaufarbeitung informiert. Schwerpunkte der Tagung sind die Fluchten über den Eisernen Vorhang in Bulgarien und deutsch-bulgarische Projekte. Außerdem tritt der bulgarische Musiker Vasko Krypkata auf. Nähere Informationen zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Flyer.

des Arbeitskreises „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ vom 3. bis 8. Oktober 2018

Das Areal der früheren Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig zwischen Dittrichring und Matthäikirchhof soll zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ weiterentwickelt werden. Während der Friedlichen Revolution führten die Montagsdemonstrationen seit dem 2. Oktober 1989 an dem Gebäudekomplex vorbei, der am 4. Dezember 1989 friedlich besetzt wurde. Als „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ wollen sich an diesem Ort neben bereits ansässigen Einrichtungen weitere Institutionen zusammenfinden und arbeiten. So wird aus dem einst einschüchternden Ort der Diktatur ein Zentrum lebendiger Demokratie und des Austausches von Generationen zu Zeitgeschichte, Gegenwart und Zukunft.

Beim „Herbstkino am Matthäikirchhof“ werden vom 3. bis 8. Oktober 2018 täglich um 19.00 Uhr Filme gezeigt, die sich mit der SED-Diktatur in der DDR, der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit sowie dem nachfolgenden Transformationsprozess befassen. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im ehemaligen Stasi-Kinosaal (Eingang Goerdelerring 20) statt. Nähere Informationen zu den Filmen finden Sie hier.

3. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Zug in die Freiheit"

4. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Es ist nicht vorbei"

5. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Raus aus der Haut"

6. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Die Familie"

7. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Erich Mielke - Meister der Angst"

8. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Winter adé"

 

Im Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ arbeiten mit: Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., Bürgerkomitee Leipzig e.V. - Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR - Außenstelle Leipzig, Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, Stiftung Friedliche Revolution.

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