Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Film ab! Lernen Sie das Archiv in vier Minuten kennen.

Seit Vereinsgründung 1991 sammelt das Archiv die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien. Wir möchten diese Unterlagen sichern, erschließen und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Mit der kontinuierlichen Sammlung relevanter Schrift-, Bild- und Tonquellen lassen sich die Anfänge des politischen Protestes, die Ursachen und der Verlauf der Friedlichen Revolution und das Entstehen demokratischer Strukturen umfangreich und detailliert belegen.

Das Festival of East European Cinema, das Filmfestival Cottbus, ist zu Gast in Leipzig und präsentiert, unterstützt von der Bundesstiftung Aufarbeitung, eine ukrainische Produktion des Regisseurs Taras Dron von 2020. Der Film wird in ukrainischer Sprache mit englischen Untertiteln gezeigt.

 

Freitag, 18. November 2022

18 Uhr

Kinobar „Prager Frühling“ Leipzig

Bernhard-Göring-Straße 152

Eintritt frei 

Nach einem jahrzehntelangen Streit um die Aufbewahrung und Verwendung der historischen Glasnegative aus dem jüdischen Fotoatelier Mittelmann können diese nun den rechtmäßigen Erben in Frankreich zurückgegeben werden. Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. hat in treuhänderischer Verantwortung dieses Kulturgut übernommen. Die Enkelin des Fotografen Abram Mittelmann, der im Holocaust ums Leben kam, bekräftigt, dass das Fotoarchiv ihrer Familie in Leipzig zugänglich gemacht wird. Es sei nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die breite Öffentlichkeit von unschätzbarem Wert. Das ABL hat einen "runden Tisch" angeregt, um alle städtischen Ressourcen für die Aufarbeitung zu bündeln.

Am 30. September eröffnete das Archiv Bürgerbewegung Leipzig die in Kooperation mit der Stiftung Friedliche Revolution erstellte Ausstellung zur "Revolution der Würde" in Kiew mit Fotos des Fotografen Vladyslaw Musienko in der Volkshochschule Leipzig. Musienko hat von November 2013 bis Februar 2014 wie kaum ein anderer die Ereignisse auf dem zentralen Platz Maidan in der ukrainischen Hauptstadt verfolgt und im Bild festgehalten. 

Die Ausstellung kann bis zum 30. November 2022 in den Räumen der Volkshochschule Leipzig in der Löhrstraße 3-7, 04105 Leipzig, 1. Etage, besucht werden.

Über 60 Beatfans und Interessierte kamen am 31. Oktober 2022 in die naTo, um sich an die Ereignisse vor 57 Jahren in Leipzig zu erinnern. Damals war eine friedliche Ansammlung von Beatfans, die gegen die rigorose Eindämmung der Beatmusik protestierte, mit Schlagstöcken, Hunden und Wasserwerfer gewaltsam aufgelöst worden. Während Musiker Andreas Schirneck mal kraftvoll, mal melancholisch Songs der Beatles, Rolling Stones oder Renft spielte, stellte Bildungsreferentin Juliane Thieme anhand von Fotos und Dokumenten die historischen Zusammenhänge dar.

Archivleiterin Dr. Saskia Paul wandte sich mit einem eindringlichen Sammlungsaufruf zur Jugendkultur des Beat an die Anwesenden, welche sich im Nachgang der Veranstaltung zahlreich beim Archiv Bürgerbewegung Leipzig meldeten, bereit ihre Erinnerungen zu teilen.

Die Workshop-Teilnehmenden beim Quellenstudium. Im Rahmen des 11. Sächsischen Geschichtscamps in Torgau vom 19. bis 23. September in Torgau unterstützte das ABL einen mehrtägigen Workshop zur Beatmusik in der DDR. Die hochmotivierten Schüler*innen aus Sachsen, NRW und Baden-Württemberg studierten zahlreiche Quellen zum Verlauf der Beatdemo am 31. Oktober 1965 und analysierten die Kampagne gegen Beatfans in zeitgenössischen Presse- und Propaganda-Texten. Weiterhin interviewten sie den Zeitzeugen Günter Weinelt, der 1965 unter dem Titel „Wasserwerfer und Gummiknüppel gegen Fans?“ einen kritischen Wandzeitungsartikel an der EOS „Wilhelm Pieck“ in Borna verfasst hatte und deshalb von der Schule „beurlaubt“ worden war. Das Sächsische Geschichtscamp ist eine Maßnahme des Landesamtes für Schule und Bildung Sachsen in Kooperation mit der Körber-Stiftung Hamburg und weiteren Partnern.    

Wir gratulieren von Herzen der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, welche den Friedensnobelpreis erhalten wird! MEMORIAL setzt sich in Russland für die Aufarbeitung der Verbrechen des Kommunismus in der Sowjetunion ein und wurde letztes Jahr verboten.

Wie wichtig für eine Gesellschaft das Aufarbeiten von Unrecht ist, wenn etwas Neues beginnen soll und wie sehr in Russland der Versuch einer demokratischen Erinnerungskultur behindert und unterbunden wird, davon berichtete Dr. Irina Scherbakowa am 8. Oktober 2022 in Leipzig bei einer Veranstaltung der Evangelischen Akademie Sachsen, dem ABL und ZFL. Ihre Organisation MEMORIAL, ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis, hat u.a. zum Ziel, Einzelschicksale von Opfern des Großen Terrors unter Stalin aufzuklären und zu dokumentieren sowie der Mythenbildung zum Großen Vaterländischen Krieg die Wahrheit der stalinistischen "Säuberungen" gegenüberzustellen.

Beispielsweise initiierte MEMORIAL landesweit nach dem Vorbild des deutschen Geschichtswettbewerbes der Körber-Stiftung ab 1998 einen überaus erfolgreichen Geschichtswettbewerb für russische Jugendliche, der zum größten in Europa wurde, bis Teilnehmende gezielt von staatlicher Seite eingeschüchtert wurden. Viele im Saal des Zeitgeschichtlichen Forums anwesende Bürgerrechtler*innen, insbesondere aus Sachsen und Thüringen, zollten der Historikerin, welche seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Exil in Weimar lebt, großen Respekt und Anerkennung für den Mut und die Ausdauer von MEMORIAL.

Die Menschenrechtlerin hielt am 9. Oktober auch die Rede zur Demokratie in der Leipziger Nikolaikirche.

Wir gratulieren ebenso dem ukrainischen Center for Civil Liberties und dem inhaftierten belarussischen Menschenrechtsanwalt Ales Bjaljatzki. Sie stehen wie MEMORIAL für die Zivilgesellschaft in ihren Ländern und setzen sich für die Einhaltung von Grundrechten, Frieden und Demokratie ein. Der Nobelpreis wird am 10. Dezember in Oslo verliehen.

Im Heft 3/2022 des „Archivar“ mit dem Schwerpunktthema „Archivische Facetten der Stadt Leipzig von überregionaler Bedeutung: Der Blick aus Leipzig in die Welt“ stellt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig sich und seine Bestände und dessen Bedeutung für die Überlieferung der deutsch-deutschen Transformation vor. 

 

Nähere Informationen zum Beitrag und zu allen anderen beteiligten Leipziger Archiven unter: https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/wir-ueber-uns/der-archivar

 

Die „Jugend erinnert“-AG des Archiv Bürgerbewegung sucht Dich!

    • Du bist zwischen 14 und 21 Jahren und willst Dich intensiv mit dem Leben Jugendlicher in der DDR auseinandersetzen?
    • Du willst zwischen Deiner eigenen Lebenswelt und dem jugendlichen Alltag in der DDR Verbindungen herstellen und Anknüpfungspunkte schaffen?
    • Du willst Dein historisches Wissen vertiefen?
    • Du hast Spaß daran, unterschiedliche Medieninhalte analog oder digital zu erstellen?
    • Die Arbeit mit Archivmaterialien, Tondokumenten, Filmen und Zeitzeug*innenberichten macht Dir Spaß?
  • Du willst Dich aktiv in wichtige projektbezogene Planungs- und Entscheidungsprozesse einbringen?

Dann melde Dich und lass uns gemeinsam DDR-Geschichte kreativ erleben!

Ansprechpartner:                Andreas Parnt („Jugend erinnert“)

Email:                                    a.parnt[ät]archiv-buergerbewegung.de

Telefon:                                 0341 / 30 65 175

Die letzte Bundesregierung setzte eine Kommission „30 Jahre Revolution und deutsche Einheit“ ein. Sie tagte von 2019-2020. Eine ihrer Empfehlungen lautete, ein Zentrum Deutsche Einheit und Transformation zu schaffen. Diese fand Aufnahme in den aktuellen Koalitionsvertrag. Gegenwärtig läuft die Bewerbungsphase und demnächst wird eine Standortkommission berufen.

Vor dem Hintergrund des russischen Krieges gegen die Ukraine sind wir der Meinung, dass die bisherige Grundkonzeption für das Zentrum dringend überarbeitet werden muss. Das Zentrum muss zur Stärkung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten im europäischen Kontext beitragen. Dazu wurden Überlegungen in einem Aufruf zusammengetragen, die aus unserer Sicht unbedingt berücksichtigt werde müssen. Diesen Aufruf tragen Persönlichkeiten mit, die in unserem Land und in unseren europäischen Nachbarländern an führenden Stellen Verantwortung tragen und trugen. Darunter befinden sich Mitglieder der Regierungskommission, Direktoren von Museen, Stiftungen und Erinnerungsorten, Professoren, Repräsentanten von zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, frühere Abgeordnete ebenso wie Regierungsmitglieder und eine ehemalige Bundespräsidentin.

zur Erklärung ...

Václav Havel, tschechischer Dramatiker, Bürgerrechtler und späterer Präsident saß mehrere Jahre in Haft des kommunistischen Nachbarstaates der DDR und schrieb in dieser Zeit Briefe an seine Frau Olga. Diese Briefe stellen ein Vermächtnis der europäischen Geistesgeschichte dar. Es sind Briefe aus Liebe und in philosophischer Suche nach Horizont und Wahrheit für eine freie Gesellschaft. Der Philosoph Wolfram Tschiche wird die Tagung gemeinsam mit dem Theologen und Direktor der Evangelischen Akademie Stephan Bickhardt gestalten.  

 

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig, ehemaliger Stasi-Kinosaal

Zeit: 13.11.2021, 14 Uhr bis 18 Uhr

Infos und Anmeldung

Das ABL unterstützt die Preview mit anschließendem Gespräch mit Regisseur Andreas Kleinert, Drehbuchautor Thomas Wendrich und den Hauptdarstellern Albrecht Schuch und Jella Haase.   

Die DDR ist noch jung, aber Thomas Brasch (Albrecht Schuch) passt schon nicht mehr rein. Es ist vor allem sein Vater Horst (Jörg Schüttauf), der den neuen deutschen Staat mit aufbauen will. Doch Thomas, der älteste Sohn, will lieber Schriftsteller werden. Thomas ist ein Träumer, ein Besessener und ein Rebell. Schon sein erstes Stück wird verboten und bald fliegt er auch von der Filmhochschule. Als 1968 die sowjetischen Panzer durch Prag rollen, protestiert Brasch mit seiner Freundin Sanda (Ioana Iacob) und anderen Studenten mit einer Flugblattaktion in den Straßen Berlins – und rennt vor die Wand … Das eindrucksvolle Porträt des Künstlers Thomas Brasch erzählt von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten.

Zum Trailer

Infos zur Reservierung von Tickets

Ort: Passage Kinos Leipzig, Hainstraße 19 a, 04109 Leipzig

Logo Jugend erinnert

„Unangepasst, eigensinnig, anders …“ – zum 1. September 2021 beginnt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig mit der Arbeit an einem umfangreichen Bildungsprojekt, das für den Zeitraum von zweieinhalb Jahren über das Bundesprogramm „Jugend erinnert“, Förderlinie SED-Unrecht, gefördert wird. Ziel ist es, verschiedene interaktive und multimediale Lernmodule zu Jugendkulturen in der DDR und Transformationszeit auf einer digitalen Lernplattform für die historisch-politische Bildungsarbeit bereitzustellen, welche nachhaltig nutz- und erweiterbar ist. Das Projekt verbindet niedrigschwellig forschend-entdeckendes Lernen zur DDR-Geschichte mit moderner Medienarbeit unter Einbeziehung sozialer Medien und konzentriert sich insbesondere auf die Zielgruppe der Ober- und Berufsschüler:innen.

Bis Ende November 2020 ist die Wanderausstellung »Graben für den Frieden« in Bad Schmiedeberg zu sehen. Die Geschichte einer vom DDR-Staat und von der Gesellschaft marginalisierten „Gruppierung“ wird historisch aufgearbeitet. Dabei sind in der Ausstellung bis dahin unveröffentlichte Fotos und Dokumente zu sehen.

 Das Oral-History Projekt „Aufbau demokratischer Strukturen und Medien- und Pressefreiheit in der Transformationszeit nach 1989/1990" findet seinen erfolgreichen Abschluss.

Seit Mitte 2020 führten wir mit Akteuren und Akteurinnen der Friedlichen Revolution und der Transformationszeit Zeitzeugengespräche durch. Im Fokus standen dabei nicht nur die Friedliche Revolution und das Ende der DDR, sondern auch die errungene Meinungs- und Pressefreiheit und der Aufbau demokratischer Strukturen. Neben den vielen Initiativen und Parteien, die sich neu gründeten um die Gesellschaft mitzugestalten, gab es auch über 100 Zeitungsneugründungen.

Wie kam es zu diesem Engagement des Einzelnen und worin bestand es? Wie ging es nach dem Machtverlust des SED-Regime im bald gesamtdeutschen Staat weiter?

Diese und weitere Fragen stellten wir einer Reihe von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Die Ergebnisse der Gespräche sind in ganzer Länge im Archiv einzusehen, zu hören und fast immer auch nachzulesen. Ein kleiner Ausschnitt aus den Gesprächen findet sich seit Dezember 2020 online hier auf unserer Homepage.


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