Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

des Arbeitskreises „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ vom 3. bis 8. Oktober 2018

Das Areal der früheren Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig zwischen Dittrichring und Matthäikirchhof soll zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ weiterentwickelt werden. Während der Friedlichen Revolution führten die Montagsdemonstrationen seit dem 2. Oktober 1989 an dem Gebäudekomplex vorbei, der am 4. Dezember 1989 friedlich besetzt wurde. Als „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ wollen sich an diesem Ort neben bereits ansässigen Einrichtungen weitere Institutionen zusammenfinden und arbeiten. So wird aus dem einst einschüchternden Ort der Diktatur ein Zentrum lebendiger Demokratie und des Austausches von Generationen zu Zeitgeschichte, Gegenwart und Zukunft.

Beim „Herbstkino am Matthäikirchhof“ werden vom 3. bis 8. Oktober 2018 täglich um 19.00 Uhr Filme gezeigt, die sich mit der SED-Diktatur in der DDR, der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit sowie dem nachfolgenden Transformationsprozess befassen. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im ehemaligen Stasi-Kinosaal (Eingang Goerdelerring 20) statt. Nähere Informationen zu den Filmen finden Sie hier.

3. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Zug in die Freiheit"

4. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Es ist nicht vorbei"

5. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Raus aus der Haut"

6. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Die Familie"

7. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Erich Mielke - Meister der Angst"

8. Oktober 2018 - 19.00 Uhr - "Winter adé"

 

Im Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ arbeiten mit: Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., Bürgerkomitee Leipzig e.V. - Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR - Außenstelle Leipzig, Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, Stiftung Friedliche Revolution.

geben Sie diese ins Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. (ABL) - lautet der Titel der neuesten Publikation des Archivs.

Auf 20 Seiten erfährt man, was im ABL alltäglich ist - das Einwerben und der Abschluss von Schenkungsvereinbarungen und Überlassungsverträgen, die Abholung der Materialen, deren Sichtung und Bewertung, die Bestandssicherung, der Schutz des nationalen Archivgutes, die archivarische Erschließung und Lagerung sowie letztlich auch die Nutzung v.a. durch Schüler, Studenten und Wissenschaftler.

Sie wollen wissen, wie im ABL mit Archivgut umgegangen wird, dann schauen Sie sich doch diese Broschüre hier einfach einmal an.

Seit Vereinsgründung sammelt das Archiv die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien, um diese zu sichern, dauerhaft aufzubewahren, zu erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Archiv hat bereits mehrere tausend Aktentitel archiviert und erschlossen, mit denen die erste Artikulierung des politischen Protestes, Ursachen und Verlauf der Friedlichen Revolution und das Entstehen demokratischer Strukturen umfassend belegt werden. Mit der Sammlung des entsprechenden Schrift-, Bild- und Tongutes strebt das Archiv die Bildung möglichst vollständiger Überlieferungen zu Einzelpersonen und Gruppen der DDR-Opposition, zu Bürgerbewegungen und zu den im Herbst 1989 neu entstandenen Parteien und Initiativen an. Der Archivbestand umfasst zurzeit ca. 220 lfm Archivgut. Weiterhin verfügt das Archiv über größere Bestände an Samisdatschriften, Zeitungen und Zeitschriften, Zeitungsausschnitten sowie Video- und Tonkassetten und über 2.500 Bücher und Schriften von Aufarbeitungsinitiativen. Die Fotosammlung ist in den letzten Jahren auf ca. 15.000 Fotos angewachsen.

Als Kooperationspartner eines spannenden Projektes möchten wir folgenden Aufruf öffentlich machen:

100 Jahre Frauenwahlrecht: „Gebt uns Eure Stimme!“ Leipzigerinnen für Interviews gesucht - Die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. sucht Leipzigerinnen im Alter von 16 bis 100+, die sich zum Thema Wahlen/Wahlrecht interviewen lassen möchten. Die Interviews werden ab Juli bis Dezember 2018 mit einem Podcast und bei Radio Blau öffentlich gemacht.

Was heißt eigentlich ‚demokratisch wählen‘? Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Zuvor waren Frauen faktisch von demokratischer Partizipation und Gleichberechtigung ausgeschlossen. Doch was bedeutet das Wahlrecht für Frauen heute? Diese Frage sollen Leipzigerinnen vor dem Hintergrund ihrer ganz eigenen Erfahrungen beantworten.

Die Zeitzeuginnen-Interviews dauern etwa 15 Minuten und finden im Rahmen des Projektes „Der lange Weg zur Demokratie für alle – 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ statt. Die Interviews werden zusammen mit Hintergrundinformationen bis Ende Dezember 2018 als Podcast beim Leipziger Radio Blau und auf einer Website öffentlich gemacht unter www.hup-le.de/audiothek/

Anmeldung für interessierte Frauen per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0341-58 15 15 22 bzw. 0163-71 15 777. Hier der Zeitzeuginnen-Aufruf zum Download.

Am Montag, den 2. Juli 2018 und am Freitag, den 6. Juli 2018 bleibt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig ganztägig geschlossen.

Am 30. Mai 1968 wurde gegen den Protest vieler Leipziger, verschiedener Institutionen sowie Personen aus dem In- und Ausland die Leipziger Universitätskirche St. Pauli gesprengt. Anlässlich des 50. Jahrestages dieses Ereignisses zeigt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. vom 26. Mai bis zum 4. Juni 2018 im Foyer des Augusteums der Universität Leipzig die aktualisierte Ausstellung:

„Die ganze action hat geprägt“
Die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig 1968 - Erinnerungen von Zeitzeugen


Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Augusteums besichtigt werden:
Montag bis Freitag: 6.00 bis 22.00 Uhr
Samstag: 6.00 bis 15.00 Uhr

Zwei kostenlose öffentliche Führungen durch den Kurator Achim Beier vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. finden am Di, 29.05. und am Do, 31.05 jeweils um 17 Uhr statt.

Zur Ausstellung

In der neuesten Ausgabe des "Archivar", der Zeitschrift für das Archivwesen, werden erstmals freie und unabhängige Archive vorgestellt. In der Nummer 2 / 2017 vom Mai diesen Jahres findet man auf den Seiten 158 bis 163 einen Beitrag über die Historie, die Bestände und die Tätigkeit das Archiv Bürgerbewegung Leipzig.

Die komplette Zeitschrift kann nunmehr auf der Internetseite des VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare unter http://www.archive.nrw.de/archivar/hefte/2017/Ausgabe-2/Archivar-2_2017.pdf gelesen und / oder heruntergeladen werden.

am 6. Juni 2018, 19 Uhr in der Kinobar Prager Frühling (Bernhard-Göring-Str. 152, 04277 Leipzig)

Premiere des Kurzfilmes "Anzahl der Freiheitsgrade" (Deutschland 2018, 20 min) mit anschließendem Podiumsgespräch.

Katrin Büchel, Filmkünstlerin aus Berlin, musste in ihrer Jugend mehrere Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe, u.a. den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, durchlaufen. In ihrem Kurzfilm mit 3D-Animation verfremdet sie künstlerisch diese traumatischen Erfahrungen von Eingesperrtsein, Willkür und Zwang. Im Anschluss spricht sie als Zeitzeugin über ihre persönlichen Erfahrungen in DDR-Heimen, ihren ungebrochenen Freiheitsdrang und den Versuch, sich auch mit Hilfe der Kunst von der Opferrolle zu befreien. Ingolf Notzke von der Gedenkstätte GJWH Torgau rundet als Experte für allgemeine Fragen zum DDR-Heimerziehungssystem das Podium ab.

Moderation: Juliane Thieme, Archiv Bürgerbewegung Leipzig

Eintritt frei

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau und der Kinobar Prager Frühling.

Eröffnet wird die neue Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ durch CUR-Gründer Walter Christian Steinbach, ehemaliger Regierungspräsident Leipzig-Westsachsen, am 7. Juni 2018, 17 Uhr im ehemaligen Stadtbüro des Oberbürgermeisters in der Katharinenstraße 2, 04109 Leipzig. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung übernimmt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. offiziell das umfangreiche Archiv des Christlichen Umweltseminars Rötha, welches damit für die öffentliche Nutzung und der Forschung zur Verfügung steht.

Die Schau ist vom 8. Juni bis 23. Juni 2018, Montag bis Sonnabend von 10 bis 18 Uhr im Stadtbüro der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Wanderausstellung „Unsere Zukunft hat schon begonnen“ - Das christliche Umweltseminar Rötha und die Umgestaltung des Leipziger Südraums zeigt die verfehlte Umweltpolitik und die massive Zerstörung des Lebensraumes in der DDR. Am Beispiel der Braunkohleregion im Leipziger Südraum wird das Entstehen zivilgesellschaftlichen Engagements und Widerspruchs unter den Bedingungen der SED-Diktatur nachgezeichnet. Der jahrelange Protest des Christlichen Umweltseminars Rötha mündet nach der Friedlichen Revolution 1989 in ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zukunftskonzept für eine geschundene Region. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte diesem Flyer.

Die Ausstellung wurde unterstützt und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Zeitzeugeninterviews und Medienstation mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Die Präsentation der Ausstellung in der Katharinenstr. 2 erfolgt in Kooperation mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V., Träger der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke und mit Unterstützung der Stadt Leipzig.

Das Papier "Entwicklungsperspektiven für das Areal der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig zwischen Dittrichring und Großer Fleischergasse" ist das Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses eines zweistufigen Workshops im März 2017, an dem das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., das Bürgerkomitee Leipzig e.V. - Träger der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" mit dem Museum im Stasi-Bunker, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen der Staatsicherheitsdienstes des ehemaligen DDR (BStU), das Schulmuseum Leipzig - Werkstatt für Schulgeschichte und die Stiftung Friedliche Revolution beteiligt waren.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn möchte mit Unterstützung des Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung deshalb perspektivisch die mittelfristige Zusammenlegung der drei sächsischen Archive an diesem historischen Ort – dem Gelände der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in Leipzig. Durch die synergetische Konzentration der drei sächsischen Archive der BStU im Erinnerungsverbund mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V., Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Museum im Stasi-Bunker, dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., der Stiftung Friedliche Revolution und dem Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig - könnten neue Akzente gesetzt und Impulse für die historisch-kritische Beschäftigung mit den Diktaturen und den Formen der Gewaltherrschaft in Europa für die gesamte Bundesrepublik und darüber hinaus ins Ausland gegeben werden. Durch die Netzwerkbildung und die damit verbundene Bündelung historischer Quellen, Ausstellungen, Zeitzeugenberichte etc. könnte dieser Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsort weiterentwickelt werden.

Sie können sich das Papier hier ansehen oder downloaden. Es wurde am 27. April 2017 dem Leipziger Oberbürgermeister, Burkhard Jung, und den Fraktionsvorsitzenden übergeben (Medieninformation vom 28.04.2017).

 

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