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Das nachbarschaftliche Zusammenleben war bis 1933 nahezu intakt, aber auf einmal war die Nachbarwohnung leer, waren die Nachbarn weg, Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden abgeholt und niemand will etwas gewusst haben? Das bleibt für den Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig unbegreiflich und dieses Unbegreifbare ist sein Antrieb, die Erinnerung nicht verlöschen zu lassen. STOLPERSTEINE sollen die Schicksale von Juden, Sinti und Roma, politisch und konfessionell Verfolgten, Homosexuellen, Euthanasieopfern wieder ins Gedächtnis rufen und wach halten. Die Form, die Gunter Demnig dabei wählt, ist ein sehr individuelles Gedenken: Es werden die ehemaligen Adressen von ermordeten Menschen recherchiert. In den Gehwegen vor deren Wohnhäuser werden die Stolpersteine ebenerdig eingesetzt. Das deutschlandweite Projekt benötigt vor Ort Initiativgruppen, die eine Verlegung von STOLPERSTEINEN ermöglichen.
Am 15. Juni 2005 verabschiedete der Stadtrat einen Beschluss, dass sich Leipzig an dem bundesweiten Erinnerungsprojekt an die Naziopfer beteiligt. Mit der organisatorischen Umsetzung sollte ein Verein beauftragt werden. Es folgten Beratungsgespräche zwischen der Stadt und verschiedenen Vereinen statt. Im Ergebnis wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Um einen Ansprechpartner zu haben, hat die Stadt uns mit der Koordination beauftragt.
Bildergalerie STOLPERSTEINE in Leipzig
Im Jahr 2007 entstand dazu die Wanderausstellung „Das wurde irgendwie, sagen wir mal, etwas totgeschwiegen.“ Sie besteht aus acht Tafeln. Nachdem das Projekt vorgestellt wird, erzählt die Ausstellung exemplarisch von fünf Leipziger Schicksalen, die aus unterschiedlichen Gründen ermordet wurden. Dabei werden die individuellen Tragödien deutlich, die sich hinter den nicht fassbaren Opferzahlen verbergen. Bestandteil der Darstellung ist der Prozess, wie sich diese Erinnerungsform in Leipzig gestaltet. Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden.
Hinweis: Beim Klick auf die Bilder öffnet sich ein PDF mit einer größeren Ansicht der Tafeln.
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