Walter Christian Steinbach „Eine Quittungsunterschrift für eine Mark kann kein Staat verbieten, ohne sich lächerlich zu machen.“

Im VEB Braunkohlenveredlungswerk Espenhain wurden die Produktionsanlagen auf Verschleiß betrieben. Die Umweltsituation verschlechterte sich in den 1980er Jahren dramatisch. Daraufhin gründete sich 1982 das Christliche Umweltseminar RöthaChristliches Umweltseminar Rötha (CUR)
1982 gegründet, reichen die Vorläufer in die 1970er Jahre. Das CUR war das Ergebnis einer permanenten Auseinandersetzung mit den dramatischen Umweltbedingungen im Leipziger Südraum. Begonnen hatte alles mit Baumpflanzaktionen. Es zeigte sich, dass nicht nur der Kern der Röthaer Kirchgemeinde um Pfarrer Steinbach am Grundgedanken, etwas gegen die Resignation in der Region tun zu wollen, interessiert war. Ein kleiner Kreis, Christen verschiedener Konfessionen und Atheisten, begann in einfachen Seminaren über Umweltschäden zu sprechen. Mit der DDR-weiten Aktion „Eine Mark für Espenhain“ machte das CUR auch überregional auf die katastrophale Umweltverschmutzung südlich von Leipzig aufmerksam.
. Hier wurden in nahezu wissenschaftlicher Art und Weise dem Staat die unverantwortliche Umweltbelastung vorgehalten. Doch der Staat reagierte nicht. Im Jahr 1987 gehörte Walter Christian Steinbach zu den Initiatoren der Aktion „Eine Mark für Espenhain“In Espenhain stand eine Braunkohlen-Schwelerei, die zu extremen Umweltbelastungen im Raum Leipzig führte. Gegen dieses Werk bzw. für seine Sofortrekonstruktion hatten Umweltgruppen (vor allem aus Rötha) eine Unterschriften- und Spendenaktion mit dem Titel „Eine Mark für Espenhain“ gestartet. Sie wurde von der Synode der Sächsischen Landeskirche (Herbst 1987) und von der Synode des BEK (1988) befürwortet. In der Folge wurde dafür z.B. auch in kirchlichen Schaukästen geworben. Bis Anfang Juli 1989 wurden mit dieser Aktion 25.000 Unterschriften gesammelt.. Die symbolische Spende von einer Mark mit unterschriebener Spendenquittung führte zu einer DDR-weiten Unterschriftensammlung (die ansonsten verboten war) gegen die DDR-Umweltpolitik.

 

 

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