Viele
der politisch alternativen Gruppen, die das Gesellschaftssystem oder Teile
davon in Frage stellten, beschäftigten sich in den 1980er Jahren unter
anderem mit dem Thema Zivildienst. Mittels Eingaben an staatliche Stellen
forderten sie - wie hier die Leipziger Initiativgruppe Leben - die Einführung
eines zivilen Ersatzdienstes und stellten somit den Bausoldatendienst in
Frage. Zurück gehen solche Forderungen auf die Initiative "Sozialer
Friedensdienst" (SoFd) im Jahr 1981. Der damalige Dresdner Jugendpfarrer
Wonneberger verfasste mit anderen kirchlichen Mitarbeitern zu Beginn der
1980er Jahre einen Aufruf. In diesem "Sieben-Punkte-Papier" wurde
gefordert, eine zivile Alternative zu den bestehenden Regelungen, dem Waffendienst
und dem Bausoldatendienst, zu schaffen und das Wehrdienstgesetz dementsprechend
zu ändern. Eine Verpflichtung zu zweijähriger Dienstzeit, die
Rechtsgleichheit mit den Wehrpflichtigen und vor allem der Einsatz im sozialen
Bereich wurden unter anderem verlangt. Einerseits richtete sich das Schreiben
an die Volkskammer und andererseits forderte es die Befürworter eines
zivilen Dienstes auf, sich mittels Eingaben und Unterschriftensammlungen
an die Synoden der Kirche zu wenden.
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